KI-Boom in San Francisco: Das erste Date wird zum Bewerbungsgespräch
Lange Startup-Arbeitstage verändern das Dating in San Francisco: Gründer prüfen Partner nach Kriterienlisten und zahlen Coaches bis zu 5.000 Dollar im Monat.

Der KI-Boom in San Francisco verändert, wie junge, ehrgeizige Menschen dort daten. Gründer und Entwickler berichten, sie träfen sich seltener mit potenziellen Partnern, weil sie mehr arbeiten. Und wenn doch, fühlt sich der erste Kaffee schnell wie die Schlussrunde eines Vorstellungsgesprächs an.
Mehul Agarwal (24), Mitgründer des KI-Filmstartups Koyal, das 3,4 Millionen Dollar eingesammelt hat und vor einem Jahr in den Accelerator Y Combinator aufgenommen wurde, will eine Frau finden, bevor er reich wird. Seine Kriterien sind streng: klug, schön, freundlich und mit Persönlichkeit. Ein Date ließ sich erst nach zwei Monaten einrichten und wirkte auf ihn eher wie ein Networking-Termin. Seinen Eltern hat er gesagt: Ist er mit 28 noch Single, will er sich auf arrangierte Ehen einlassen.
Tabellen, Chatbots und Coaches
Viele Beschäftigte in KI-Startups arbeiten nach dem „996“-Modell: von 9 bis 21 Uhr, sechs Tage die Woche. Joyce Zhang (32), früher Produktmanagerin bei Stripe, verlangt 5.000 Dollar im Monat für das Coaching von Tech-Gründern. Sie nutzt deren Sprache, etwa „Top of Funnel“ und „Conversion Rate“. Manche Kunden verknüpfen Daten aus Dating-Apps mit Tabellen, lassen Antworten von ChatGPT prüfen oder ihre Dating-Historie vom Chatbot analysieren. Zhang rät ihnen stattdessen, ihrer Intuition zu vertrauen.
Sina Hartung (29), Mitgründerin von Eureka Health, findet, beim ersten Date müsse man weder Krankheiten in der Familie noch den Kinderwunsch klären. Nach drei Jahren zog sie im August nach New York. Amanda Chung (25) erzählt, ein Gründer habe sich nur nach 22 Uhr treffen wollen, ein anderer habe sie zu ihrem Arbeitsstil ausgefragt, als hake er Punkte ab. Ihr Hinge-Konto legte sie auf Eis.
Ein verzerrter Markt
Laut der American Community Survey des Census Bureau kommen in der Stadt rund 106 Männer auf 100 Frauen, landesweit sind es etwa 98. Dowell Myers von der USC sagt, die neu Zugezogenen aus der KI-Branche seien in den Zensusdaten, die etwa zwei Jahre hinterherhinken, womöglich noch nicht sichtbar.
Einige halten dagegen. Beim Event „Date My Ex“ in der Bar Kilowatt im Viertel Mission stellen Teilnehmer in fünf Minuten mit Folien einen geliebten Menschen vor. Organisatorin Annalise Wulf (25) sagt, die Reihe sei eine ironische Antwort auf überzogene Ansprüche und eine Alternative zu Apps.
Agarwal sucht weiter. Seine aussichtsreichste Kandidatin sah er zweimal, dann kamen Reisen nach Indien und Los Angeles dazwischen. Ihm bleiben dreieinhalb Jahre, bevor seine Eltern übernehmen.
Apps, die sich lohnen
Tippe die richtigen Felder, addiere, triff das Ziel. Leicht zu lernen, schwer zu meistern. Kostenlos, für jedes Alter.
Sprich mit einem KI-Gesprächspartner; jeder Satz kommt korrigiert und in deiner Sprache erklärt zurück. 9 Sprachen, A1 bis C2.
EDIFACT- und X12-Nachrichten öffnen, jedes Segment verständlich erklärt, in JSON/XML umwandeln, als PDF und Excel exportieren. Läuft lokal, kein Upload.
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