Irankrieg: Spritpreise steigen, E-Auto-Markt profitiert
Die Folgen des Irankriegs dürften die Spritpreise noch Jahre belasten und E-Autos attraktiver machen. Außerdem: Leapmotor B03X und Ferrari 12Cilindri Manuale im Check.

Die Folgen des Kriegs zwischen den USA und dem Iran werden Energie- und Spritpreise wohl noch lange prägen. Zu diesem Schluss kommt Folge 78 des Auto-Podcasts „Die Hupe“. Dass an der Straße von Hormus bald wieder Normalbetrieb herrscht, halten die Moderatoren für unwahrscheinlich: Zu viel sei zerstört worden, viele Anlagen bräuchten Jahre, bis sie wieder wie zuvor laufen.
Selbst eine Lösung der Krise noch heute würde das Problem nicht rasch beenden. Die Weltwirtschaft wäre den Einschränkungen zufolge bis in die 2030er-Jahre beschäftigt.
Wenig Spielraum für die Politik, Rückenwind für E-Autos
Die deutsche Politik kann dabei kaum etwas ausrichten. Teure Hauruckaktionen wie der wiedergekehrte Tankrabatt gelten als kurzfristige Pflaster zur Wählerberuhigung, die Verbrauchern über den Verlauf der Krise kaum etwas sparen. Die USA sind dank eigener unkonventioneller Öl- und Gasförderung besser gepuffert, doch auch dort leidet die Bevölkerung.
Die fossile Preiskrise treibt den Markt für Elektroautos an, denn Strompreise schwanken meist weit weniger als Spritpreise, und die Grenzkosten pro Kilometer sind niedriger. Eine Einschränkung bleibt: Die Gaspreiskrise 2021 zeigte, wie der fossile Gaspreis auf den Strommarkt durchschlagen kann.
Leapmotor B03X: starke Hardware, unfertige Software
Moderator Clemens fuhr kürzlich den chinesischen Leapmotor B03X. Ihn überzeugten saubere Verarbeitung, viel Platz bei kompakten Außenmaßen, Frontantrieb mit guter Traktion und ein für einen Fronttriebler außergewöhnlicher Lenkeinschlag, der den Wagen in der Stadt wendig macht. Käufer müssen aber mit Eigenheiten leben: einer trägen Gaspedalkennlinie, leichtgängiger Lenkung und Software, die für europäische Maßstäbe unfertig wirkt. So merkt sich das Auto die eingestellte Rekuperation nicht, und Einsteigen und Starten sind umständlich: Die Chipkarte muss erst an den linken Außenspiegel, dann auf das Lesefeld der Mittelkonsole, wo sie den Qi-Charger stört. Hoffnung machen Updates.
Ferrari 12Cilindri Manuale: simulierte Handschaltung
Ferraris 12Cilindri „Manuale“ bedient den Wunsch vieler Sportfahrer nach einem Schaltgetriebe, ist aber keine echte Handschaltung. Eine solche für den 830 PS starken Wagen zu bauen, sei schwierig: Kupplungskräfte, Schwungmassen und eine separate Homologation sprächen dagegen. Stattdessen kommt das Doppelkupplungsgetriebe der Automatikversion zum Einsatz, Kupplungspedal und Schalthebel dienen nur als Datengeber. Ferrari steckte offenbar enorm viele Ingenieursstunden in eine überzeugende Simulation. Sebastian findet sie super, Clemens sieht gegenüber dem Doppelkupplungsgetriebe keinen Vorteil.
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