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iOS-Tastatur: Apple blockiert über 100.000 Begriffe bei Autokorrektur

Ein Forscher hat in iOS eine Sperrliste mit über 100.000 Wörtern und Wendungen entdeckt, darunter politische Formulierungen wie „dictator Trump“ oder „covid was a hoax“.

An iPhone showing the iOS on-screen keyboard with predictive text suggestions while a user types a message.
Bild: The Verge

In iOS steckt eine versteckte Sperrliste: Mehr als 100.000 Wörter und Wendungen in allen großen Sprachen erscheinen weder als Vorschläge der Autovervollstädigung noch lassen sie sich zuverlässig per Wischgeste tippen. Entdeckt hat sie der Forscher Derik Kauffman, der die komplette Liste samt Einzellisten je Sprache online veröffentlicht hat.

Die gesperrten Begriffe lassen sich weiterhin Buchstabe für Buchstabe eingeben. Sie tauchen aber nicht als Textvorschlag auf, und beim Wischtippen kann die Tastatur sie verändern. So wurde aus „left wing conspiracy“ der Ausdruck „left wrong conspiracy“.

Was auf der Liste steht

Die meisten Einträge sind Beleidigungen, Schimpfwörter oder Begriffe rund um Sex und Drogen. Daneben finden sich politische Wendungen wie „illegal immigrant“, „dictator Trump“, „sleepy Joe“, „covid was a hoax“ und „left wing conspiracy“. Auch harmlose Zeilen wie „Santa isn’t real“ oder „iMessage isn’t working“ sind enthalten.

Kauffman fand zudem Ungereimtheiten: „bad girl“ ist gesperrt, „bad boy“ dagegen nicht.

Wie die Liste gefunden wurde

Laut Kauffman halfen ihm OpenAIs Codex und Anthropics Claude Code, die Liste tief im System aufzuspüren. Sie lag als Hashtabelle vor, die er wieder in lesbaren Text umwandelte. Ein zweiter Forscher erklärte gegenüber Reuters, er habe unabhängig dieselbe Liste erhalten.

Apple sagte Reuters, die Tastatur solle möglicherweise unangemessene oder anstößige Vorschläge vermeiden. iPhone-Nutzer könnten aber weiterhin schreiben, was sie wollen, und Vorschläge übergehen.

Der Fall wirft die Frage auf, wie viel Einfluss ein Plattformbetreiber auf alltägliche Schreibwerkzeuge nimmt, besonders bei politischer Sprache. Warum bestimmte Formulierungen auf der Liste stehen, hat Apple nicht erklärt; die Widersprüche deuten auf eine uneinheitliche Anwendung hin.

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Schlagwörter:appleioskeyboardautocompletecensorshipprivacy

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