Google warnt vor LLMjacking: 100.000 Dollar Schaden an einem Tag
Mandiant und die Google Threat Intelligence Group beschreiben LLMjacking-Angriffe mit über 100.000 Dollar Kosten pro Tag und bis zu 1 Million Dollar Gesamtschaden.

Googles Sicherheitstochter Mandiant und die Google Threat Intelligence Group (GTIG) haben am 4. November einen Bericht zu „LLMjacking“ veröffentlicht. Dabei stehlen Angreifer Konten oder API-Zugänge für große Sprachmodelle von Personen oder Unternehmen und nutzen sie unbefugt.
Anders als beim Cryptojacking, bei dem gekaperte Rechenleistung nur nach und nach für das Schürfen von Kryptowährungen verbraucht wird, entstehen beim LLMjacking binnen kürzester Zeit enorme Kosten. Google beobachtete Fälle mit mehr als 100.000 Dollar betrügerischer Gebühren an einem einzigen Tag. Bei einigen Unternehmen summierte sich der Schaden auf 1 Million Dollar, bevor der Zugriff gesperrt wurde. Ein Angreifer setzte in weniger als acht Stunden über 500.000 LLM-API-Aufrufe ab.
Einstieg und Monetarisierung
Betroffen waren Finanzdienstleister, Handel, Technologie- und Transportunternehmen in Nordamerika, Südamerika und im asiatisch-pazifischen Raum. Die Täter drangen per Diebstahl von Zugangsdaten und Session-Hijacking ein und sammelten zudem gültige Zugangsdaten ein, die in öffentlichen GitHub-Repositories lagen.
Gestohlene API-Schlüssel wurden zu illegalen Proxy-Gateways, sogenannten „LLM Mixers“, gebündelt. Der Zugang zu den Modellen wurde auf Untergrundmärkten stark verbilligt weiterverkauft. Ein illegaler Token-Routing-Dienst bot Käufern für rund 60 Dollar im Monat unbegrenzte Nutzung von Spitzenmodellen an; dem betroffenen Unternehmen wurden dadurch etwa 1 Million Dollar berechnet.
Ein weiterer Angreifer nutzte eine „Burn and Rotate“-Strategie: Er erstellte und löschte laufend kurzlebige Dienstkonten, um Aufruflimits zu umgehen. Parallel prüfte er regelmäßig die Abrechnungsdaten des Cloud-Anbieters, um den Schaden zu überwachen.
Empfehlungen
Der Bericht empfiehlt Threat Hunting, eine Bestandsaufnahme nicht genehmigter „Shadow-LLM“-Nutzung, fein abgestufte Berechtigungen für API-Schlüssel und automatisiertes Secret Scanning.
GTIG-Chefanalyst John Hultquist sagte, Angreifer wollten per LLMjacking bei der Skalierung gegenüber Verteidigern im Vorteil sein und nutzten agentische Werkzeuge, um unbemerkt Token zu stehlen. Unternehmen müssten den Zugriff auf LLM-Ressourcen streng kontrollieren, die Nutzung genau prüfen, Multi-Faktor-Authentifizierung aktivieren und Kontodaten sorgfältig verwalten.
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