GhostMap: Android-Lücke schickt Smartphones in Neustart-Endlosschleife
Bitdefender hat mit GhostMap eine ungepatchte Android-Schwachstelle öffentlich gemacht. Eine bösartige App genügt, um ein Handy in endlose Neustarts zu zwingen.

Der Sicherheitsanbieter Bitdefender hat eine neue Android-Schwachstelle namens GhostMap offengelegt. Sie kann ein Smartphone in eine Endlosschleife aus Neustarts schicken, sobald eine eigens präparierte, bösartige App installiert ist. Die App muss dafür weder geöffnet werden noch irgendwelche Berechtigungen erhalten.
Einen offiziellen Fix von Google gibt es bislang nicht, obwohl die Forscher das Unternehmen informiert haben.
Wie die Lücke entdeckt wurde
Ausgangspunkt war im August eine bösartige Banking-App, die die Emulatoren in den Bitdefender-Labors zum Absturz brachte. Diese Emulatoren dienen dazu, verdächtige Software zu analysieren. Die Untersuchung ergab, dass nicht die App selbst das Problem ist, sondern die Art, wie Android ZIP-Kompressionsdaten in Apps verarbeitet.
Eine gezielt gebaute App kann dadurch einen zentralen Systemdienst zum Absturz bringen. Der Dienst startet automatisch neu und stürzt bei jedem Bootversuch erneut ab. Da Android die fehlerhaften Dateien schon beim Prüfen installierter Apps erkennen kann, kann das Problem auftreten, ohne dass die App je gestartet wird.
Laut den Forschern kann das Gerät in der Schleife hängen bleiben, ohne dass eine Meldung die Ursache oder die verantwortliche App nennt. Das erschwert die Behebung. Zudem lässt sich der Schadcode in unauffällig wirkende Apps einbauen.
Googles Reaktion
Bitdefenders erste Meldung wurde geschlossen, weil das Sicherheitsteam das Problem nicht reproduzieren konnte. Ein zweiter Bericht enthielt eine Demo-App. Google lehnte es demnach ab, die Sache als Fall für ein klassisches Sicherheitsupdate zu behandeln, und gab sie zur Prüfung an das zuständige Team weiter. Ein Patch wurde nicht angekündigt.
Was Nutzer tun können
Bis zu einer Korrektur gilt: keine Apps aus unbekannten Quellen oder aus Links in Nachrichten installieren, möglichst den Google Play Store nutzen, den Entwickler prüfen und sich nicht von professionellem Auftritt oder vielen Bewertungen blenden lassen. Außerdem sollten Android- und Hersteller-Sicherheitsupdates stets eingespielt werden.
Der Fall zeigt, dass Bedrohungen für Smartphones nicht mehr nur Datenklau oder Spionage bedeuten. Ein Fehler im Umgang des Systems mit Apps kann ein Gerät komplett lahmlegen, weshalb schnelles Patchen für die Branche Priorität haben muss.
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