Gerbera 2: Ukraine zeigt neue Version der Drohne aus Polen
Der ukrainische Militärgeheimdienst stellt eine neue russische Gerbera-2-Drohne mit bis zu 1.200 km Reichweite und 25 kg Sprengkopf vor, wie sie an Polens Ostseeküste gefunden wurde.

Der ukrainische Militärgeheimdienst hat eine neue Version der russischen Kampfdrohne Gerbera 2 vorgestellt, die an der Front deutlich vielseitiger einsetzbar sein soll als das Vorgängermodell. Die Direktion im ukrainischen Verteidigungsministerium veröffentlichte die Details am Montag über Telegram.
Laut dem Geheimdienst hat Russland die Gerbera-Drohnen erheblich verändert, die ursprünglich als Attrappen zur Überlastung der Luftabwehr entwickelt worden waren. Die neue Variante hat eine Spannweite von 3 m und eine Rumpflänge von 2,6 m. Ein neuer Tank mit 63 Litern Fassungsvermögen ermöglicht eine Reichweite von bis zu 1.200 km, zudem kann die Drohne einen Sprengkopf von bis zu 25 kg tragen.
Verbindung zum Fund in Polen
Die größere Reichweite deute darauf hin, dass der Einsatzraum über das ukrainische Staatsgebiet hinausgehen könnte, so die Geheimdienstler. Eine Gerbera 2 mit Sprengkopf sei genau jener Typ, der Mitte September an der polnischen Ostseeküste entdeckt wurde.
Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz hatte damals auf X mitgeteilt, das Militär habe nahe dem Strand von Rusinowo bei Jarosławiec eine Drohne aus der Ostsee geborgen. Erste Untersuchungen wiesen auf ein russisches Militärfluggerät hin, das Russland wahrscheinlich bei Manövern über der Ostsee verloren habe.
Technische Details
Die neue Version nutzt einen Zweizylinder-Zweitaktmotor, der laut ukrainischem Geheimdienst im Grunde eine Hälfte des Motors der Geran-2 ist. Gefertigt wird sie im russischen Alabuga. Das untersuchte Exemplar trug zudem eine doppelte IP-Kamera auf dem Rumpf über dem Tank, mit der Abfangdrohnen erkannt werden sollen.
Die meisten Bauteile der neuen Gerbera stammen demnach aus China und den USA.
Die Enthüllung zeigt, wie rasch Russland billige Täuschkörper zu Waffen mit größerer Reichweite weiterentwickelt, und warum ein einzelnes Wrack an der Küste eines NATO-Staats genau beobachtet wird.
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