Gallium Defense sammelt 7,1 Mio. € für günstiges Drohnenradar ein
Das französische Startup Gallium Defense verlässt den Stealth-Modus und sichert sich 7,1 Millionen Euro Seed-Kapital für das Radar GDS-10 zur Erkennung von FPV-Drohnen.

Gallium Defense ist aus dem Stealth-Modus aufgetaucht und hat eine Seed-Runde über 7,1 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde sie von Keen Venture Partners und 360 Capital, beteiligt sind außerdem Omnes Capital und Polytechnique Ventures. Das Pariser Startup entwickelt das GDS-10, ein softwaredefiniertes AESA-Radar im X-Band, das FPV-Drohnen in bis zu 10 Kilometern Entfernung erkennen soll – zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher Systeme.
Zu den Zielwerten zählen 360 Grad horizontale und 90 Grad vertikale Abdeckung, Verfolgung von Drohnenschwärmen, Störsicherheit sowie Betrieb bei Tag und Nacht und jedem Wetter. Geplant sind zwei Varianten: eine für den Schutz kritischer Infrastruktur, eine für militärische Zwecke.
Zulieferer statt Rüstungsriese
Gegründet wurde das Unternehmen im April 2026 von drei früheren Kollegen der Boston Consulting Group: CEO Eric Fournier, CTO Florian Lemoine und COO Robin Mandel. Statt Systemintegrator zu werden, wollen sie spezialisierter Radarlieferant sein; Partner ist das französische Hochfrequenzunternehmen Inoveos. Anfangs sei das laut Fournier „keine besonders sexy Geschichte“ gewesen, doch der niederländische Investor Keen Venture Partners glaubte an das Modell, weitere Geldgeber folgten rasch.
Telekommunikationstechnik senkt die Kosten
Das Design setzt auf kommerziell verfügbare Technik. Die Antenne nutzt galliumbasierte Verstärker aus dem 5G-Bereich; die Stückkosten pro Antenne will das Unternehmen um mehr als das Zehnfache gesenkt haben. Da das GDS-10 rund 512 Antennenelemente besitzt, vervielfacht sich jede Einsparung. Die Signalverarbeitung läuft auf NVIDIA-Hardware, die laut Fournier mehr als die 100-fache Rechenkapazität mancher klassischer Lösungen bietet. Optische Hochgeschwindigkeitsverbindungen aus der Telekommunikation übertragen die Daten zwischen Antenne und Rechner. Per Software-Update soll die Architektur anspruchsvollere Signalverarbeitung und Objektklassifizierung erhalten.
Fourniers Ziel: 80 Prozent des Bedarfs für 20 Prozent des Preises abdecken.
Stand der Entwicklung
Es gibt zwei funktionsfähige Antennen, die ersten beiden GDS-10-Prototypen sind seit Juni in Entwicklung. Gezeigt wurde die Erkennung von Class-1-Drohnen auf 10 Kilometer, allerdings unter kontrollierten Bedingungen mit günstigem Wetter und bekannten Zielpositionen. Die Leistung im Realeinsatz muss sich erst noch zeigen.
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