Electra erhöht Preise für Boost-Abo und beendet Jahresverträge
Electra hebt den kWh-Preis für monatliche Boost-Abonnenten an und verlängert Jahresverträge nicht mehr. Die Stammkunden sollen in den dynamischen Smart-Tarif wechseln.

Der französische Schnellladebetreiber Electra drängt seine frühesten Kunden aus dem Tarif Electra+ Boost. Per E-Mail, verschickt Anfang November 2026, kündigt das Unternehmen höhere Preise für monatlich zahlende Abonnenten an. Jahresverträge sollen nicht mehr verlängert werden.
Damit weicht Electra von seiner Zusage ab: Beim Start der dynamischen Preise und der „Smart“-Tarife im Frühjahr hieß es, beide Abo-Generationen würden nebeneinander bestehen, und Altkunden behielten ihre Konditionen.
Was sich für Boost-Kunden ändert
Boost kostet 9,99 Euro im Monat und garantierte einen festen Preis von 0,29 Euro/kWh. Für Monatsabonnenten bleibt der Tarif bestehen, doch ab dem 2. Dezember 2026 steigt der Preis an französischen Stationen auf 0,34 Euro/kWh, ein Plus von 17 Prozent. Zudem kündigt die Mail dynamische Standgebühren an, die sich am verbleibenden Akkustand orientieren. Auch die Rabatte bei Partnerbetreibern werden variabel.
Jahresabonnenten erfahren, dass ihr Tarif nach Ablauf nicht erneuert wird; das Angebot läuft also aus. Beiden Gruppen empfiehlt Electra den Wechsel zu Electra+ Smart für 4,99 Euro im Monat, der 0,20 Euro/kWh Rabatt auf den in der App angezeigten Preis gewährt.
Warum Smart teurer werden kann
Auf dem Papier wirkt ein günstigeres Abo mit 20 Cent Rabatt attraktiv. Der Rabatt gilt aber auf einen dynamischen Preis, der mit der Netzauslastung schwankt. Nachts oder am frühen Nachmittag kann Laden unter 0,20 Euro/kWh kosten. Zu Spitzenzeiten, etwa zwischen 8 und 10 Uhr sowie 17 und 20 Uhr, liegt der Grundpreis bei 0,55 Euro/kWh oder darüber; nach Abzug des Rabatts landet man bei 0,35 bis 0,39 Euro/kWh oder mehr.
Vielfahrer und Fahrer ohne Wallbox, die auf öffentliche Ladepunkte angewiesen sind, trifft das besonders: Der Wegfall des Festpreises kommt einer versteckten Preiserhöhung gleich.
Härterer Wettbewerb
Der Markt für Schnellladen ist dichter und härter umkämpft als noch vor zwei Jahren. Fast alle Betreiber bieten Abos oder Bindungsprogramme mit Cashback und Rabatten. In Nutzerforen wächst der Unmut, und einige langjährige Kunden schauen sich bei Atlante und Izivia Fast um, außerdem bei Supermärkten, die vor allem beim langsameren Laden punkten.
Wer treue Kunden schlechterstellt, riskiert, dass sie zur Konkurrenz wechseln.
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