ED durchsucht CoinDCX und Delta Exchange India wegen Devisenverstößen
Indiens Enforcement Directorate hat in Bengaluru drei Standorte der Krypto-Börsen CoinDCX und Delta Exchange India durchsucht. Es geht um illegale grenzüberschreitende Transfers.

Indiens Enforcement Directorate (ED) hat am 4. und 5. November in Bengaluru drei Standorte durchsucht, die mit den Krypto-Börsen CoinDCX und Delta Exchange India (DEI) in Verbindung stehen. Die Behörde wirft den Plattformen umfangreiche, nicht genehmigte grenzüberschreitende Transaktionen mit Krypto-Derivaten und tokenisierten ausländischen Aktien vor. Das Volumen beziffert sie auf mehrere tausend Crore Rupien.
Grundlage der Durchsuchungen ist der Foreign Exchange Management Act (FEMA) von 1999. Betroffen sind Neblio Technologies, die Muttergesellschaft von CoinDCX, sowie Excelium Technologies, der Betreiber von Delta Exchange India. Die Ermittlungen begannen nach Hinweisen auf mögliche Devisenverstöße.
Die Vorwürfe der Behörde
Laut ED boten beide Plattformen Spot-Handel, Futures und Optionen sowie tokenisierte Aktien ausländischer Unternehmen über Kryptowährungen an, ohne dafür zugelassen zu sein. CoinDCX habe die Produkte zudem beworben.
Einzahlungen in Rupien seien in Stablecoins, vor allem USDT, umgewandelt und an ausländische Plattformen wie Binance, KuCoin, Gate.io und Bybit übertragen worden, um Devisenregeln zu umgehen. Beim Spot-Handel habe CoinDCX ein Konto auf eine Firma in Costa Rica genutzt, die die ED als „Papierunternehmen“ bezeichnet; die Transaktionen seien tatsächlich über CoinDCX-APIs gelaufen. Bei Derivaten seien nach Kundenaufträgen spiegelbildliche Positionen an ausländischen Börsen eröffnet worden. Tokenisierte Aktien seien über Hyperliquid abgewickelt worden. Zudem soll CoinDCX Gebühren in Höhe von mehreren hundert Crore in Stablecoins an ausländische Plattformen gezahlt haben.
Delta Exchange India soll große Teile seiner Derivate- und Aktien-Token-Geschäfte über CoinDCX geleitet haben, das sie an ausländischen Plattformen ausführte. Außerdem seien mehrere hundert Crore Rupien an ausländische Partnerunternehmen geflossen.
Reaktionen und weitere Razzien
CoinDCX hat sich bislang nicht geäußert. Delta Exchange India erklärte, man habe vollständig kooperiert und die verlangten Informationen geliefert. Auf X betonte das Unternehmen, an „keinerlei grenzüberschreitenden Transfers virtueller digitaler Assets“ beteiligt zu sein.
Nach Angaben der ED verstoßen die Produkte prima facie gegen den Securities Contracts (Regulation) Act von 1956, den SEBI Act von 1992 und den Reserve Bank of India Act von 1934. Die Ermittlungen laufen weiter.
Erst vor wenigen Tagen leitete die Behörde Verfahren gegen Mudrex, Saber.money, Instadapp und Fluid ein (über 4.940 Crore Rupien). Im Juni folgten Durchsuchungen bei Transak, Carret, Xpat, Onramp.money und Onmeta.
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