ChatGPT Desktop-App: OpenAI testet Zusammenlegung von Chat und Work
OpenAI testet in der ChatGPT-Desktop-App einen gemeinsamen Bereich für Chat und Work, ähnlich wie Anthropic bei Claude. Codex bleibt getrennt.

OpenAI testet eine vereinfachte Desktop-App für ChatGPT, in der die Tabs Chat und Work in einem gemeinsamen Bereich zusammengelegt werden. Die Änderung läuft derzeit bei einer kleinen Gruppe von Nutzern in den Desktop-Clients.
Codex, das KI-Werkzeug des Unternehmens für die Programmierung, bleibt ein eigenständiger Bereich. Mit dem Test will OpenAI Rückmeldungen einholen, bevor die Neuerung weltweit ausgerollt wird. Einen Termin dafür nennt das Unternehmen nicht.
Eine Oberfläche statt manueller Auswahl
Nach der Zusammenlegung müssen Nutzer nicht mehr selbst entscheiden, welchen Bereich der App sie öffnen. ChatGPT soll anhand der jeweiligen Anfrage oder Aufgabe erkennen, welche Funktionen nötig sind.
Anthropic ist einen ähnlichen Weg bereits gegangen. Im September hat Claude sein Chatfenster mit Cowork verschmolzen. Über eine vereinfachte Oberfläche lassen sich seitdem unter anderem Artefakte und Claude Design nutzen, ohne dass man raten muss, wo die besten Ergebnisse entstehen. Claude Code blieb auch dort getrennt.
Nachteil für Vielnutzer
Die Änderung wirkt sich auch auf die Nutzungsgrenzen aus. Laut OpenAI werden die Tokens von ChatGPT und Codex künftig gemeinsam verwendet. Wer Codex zum Programmieren nutzt und in der vereinten Chat-/Work-Version mehr Tokens als üblich verbraucht, könnte sein ChatGPT-Limit schneller erreichen.
OpenAI betont, dass sich für die meisten Nutzer nichts Wesentliches ändere. Spüren dürften es vor allem diejenigen, die KI besonders intensiv einsetzen.
Der Test zeigt, dass große KI-Assistenten auf einen einzigen Einstiegspunkt für Unterhaltung und aufgabenorientierte Arbeit zusteuern, während Programmierwerkzeuge getrennt bleiben. Wie sich der gemeinsame Token-Pool bei Vielnutzern auswirkt, dürfte das Feedback vor dem breiten Start prägen.
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