Osegi
Krypto·2 Min. Lesezeit

Binance: Hackerangriff über 6,3 Mrd. Dollar, FBI nennt Nordkorea

Aus den Hot Wallets von Binance wurden am 29. Oktober Krypto-Werte von rund 6,3 Milliarden Dollar abgezogen. Das FBI macht Nordkorea verantwortlich, Binance will Nutzer entschädigen.

Binance logo displayed on a screen with a red warning overlay symbolizing a major cryptocurrency exchange hack.
Bild: Webrazzi

Die weltgrößte Kryptobörse Binance ist am 29. Oktober Ziel eines der größten Angriffe der Branchengeschichte geworden. Aus den Hot Wallets wurden Vermögenswerte im Wert von rund 6,3 Milliarden Dollar abgezogen. Das FBI erklärte am 31. Oktober, Nordkorea stecke hinter dem Diebstahl.

Nach der ersten Untersuchung von Binance begann der Angriff mit dem kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs. Über das Gerät sollen die Täter Zugriff auf einen Service-Container erlangt und unautorisierte Abhebungen ausgelöst haben. Hinweise auf abgeflossene private Schlüssel der Wallets gebe es nicht, so das Unternehmen. Nach Abschluss der Ermittlungen will Binance einen ausführlichen technischen Bericht veröffentlichen.

Laut der Analysefirma TRM Labs verschoben die Angreifer rund 6,36 Milliarden Dollar über zehn Blockchains in etwa 20 Minuten. Betroffen waren Bitcoin, Ethereum und Stablecoins wie USDT und USDC. Binance setzte Abhebungen vorübergehend aus und fror gemeinsam mit Blockchain-Firmen und Stablecoin-Emittenten etwa 3 Milliarden Dollar on-chain ein, darunter rund 1,77 Milliarden Dollar USDT durch Tether und 825 Millionen Dollar USDC durch Circle.

Nordkorea und TraderTraitor

Das FBI ordnet den Angriff nordkoreanischen Cyberaktivitäten zu, die es als TraderTraitor führt. Dieselbe Gruppe machte es bereits für den Bybit-Diebstahl über rund 1,5 Milliarden Dollar im Februar 2025 verantwortlich. Der Binance-Fall ist mehr als viermal so groß und gilt als größter Krypto-Diebstahl überhaupt. Die Täter wandeln die Beute laut FBI überwiegend in Ethereum um und dürften versuchen, die Spur über DeFi-Protokolle und Sofort-Tauschdienste zu verwischen. Die Behörde forderte Dienstleister, Analysefirmen und DeFi-Plattformen auf, Transaktionen verknüpfter Adressen zu blockieren.

Nutzer sollen schadlos bleiben

Binance erklärt, die Verluste nicht an Kunden weiterzugeben. Sie sollen über den Fonds Secure Asset Fund for Users (SAFU) und Unternehmensmittel gedeckt werden; zunächst wurden etwa 6,34 Milliarden Dollar bereitgestellt und betroffene Werte zurückgekauft. Bis zum 31. Oktober waren rund 90 Prozent ersetzt, laut Update vom 1. November sind es 95 Prozent. Bestände in BTC, ETH, USDT, BNB, SOL, USDC, XRP, USD1, RLUSD und ZEC sind demnach vollständig gedeckt. Die restlichen 5 Prozent betreffen weniger liquide Token, deren Beschaffung länger dauert.

Abhebungen werden seit dem 1. November schrittweise wieder freigegeben, Einzahlungen waren nie betroffen, und Binance veröffentlichte einen neuen Proof-of-Reserves-Nachweis. Die Märkte reagierten deutlich: Bitcoin fiel auf ein Sechswochentief, Ethereum auf ein Zweimonatstief, BNB verlor über 8 Prozent. Der Fall rückt die Sicherheit zentraler Börsen erneut in den Fokus, denn das Gerät eines einzelnen Mitarbeiters genügte, um Milliarden zu gefährden.

Apps, die sich lohnen

Schlagwörter:binancecyberattacknorth koreafbitradertraitorcrypto hack

Mehr von diesem Tag

Alle anzeigen →

Mehr aus: Krypto

Alle anzeigen →