Binance: 6,3-Milliarden-Dollar-Hack begann mit Fake-Jobinterview
Binance zufolge begann der Hack über 6,3 Milliarden Dollar mit einem gefälschten Vorstellungsgespräch – Teil einer monatelang aufgebauten Kampagne.

Der Hack über 6,3 Milliarden Dollar bei Binance begann mit einem gefälschten Vorstellungsgespräch. Das teilt die Börse mit und beschreibt die Attacke als Kampagne, die über viele Monate aufgebaut wurde.
Laut Binance haben Angreifer mit Verbindungen zu Nordkorea über Monate Mitarbeiter und interne Systeme kompromittiert, bevor sie auf die Gelder zugriffen. Erst danach nutzten sie die Signing-Infrastruktur der Hot Wallets aus, und zwar über den Ethereum-Mechanismus EIP-7702.
Geduldiges Social Engineering
Die Schilderung deutet auf ein langsames, auf Menschen zielendes Vorgehen hin und nicht auf eine einzelne technische Schwachstelle. Der falsche Bewerbungsprozess verschaffte den Tätern einen Zugang zu Beschäftigten. Der Zugriff auf Mitarbeiter und interne Systeme bereitete dann den eigentlichen Angriff auf die Signierschicht vor, die Transaktionen aus Hot Wallets freigibt.
Hot Wallets sind mit dem Internet verbundene Wallets, über die Börsen Auszahlungen und den laufenden Betrieb abwickeln. Die Systeme, die solche Transaktionen signieren, sind deshalb ein besonders lohnendes Ziel.
Warum das wichtig ist
Der Fall zeigt, dass selbst die größten Börsen über ihre eigenen Mitarbeiter und internen Werkzeuge angreifbar sind, nicht nur über Smart-Contract-Fehler. Zudem verknüpft er das neue Ethereum-Feature EIP-7702 mit einem konkreten Angriffsweg auf Signing-Infrastruktur.
Für Nutzer und Plattformen heißt das: Rekrutierungskanäle, Mitarbeitergeräte und interne Zugriffskontrollen gehören zum Sicherheitsperimeter. Börsen mit großen Hot-Wallet-Beständen dürften unter Druck geraten, den Umgang mit externen Kontakten und die Trennung ihrer Signing-Systeme zu überprüfen.
Zur Wiedererlangung der Gelder und zu weiteren technischen Details liegen keine Angaben vor.
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