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Bidirektionales Laden: Speditionen sparen zehn Prozent Energie

Ein dreijähriger Praxistest in Regensburg zeigt: Elektro-Lkw als Stromspeicher für Depot und Netz könnten die Energiekosten von Speditionen um rund zehn Prozent senken.

An electric MAN eTGX semi-truck connected to a bidirectional DC charging station at a freight depot in Regensburg.
Bild: Autos

Elektro-Lkw können mehr als Fracht transportieren: Als mobile Stromspeicher könnten sie die Energiekosten einer Spedition um rund zehn Prozent senken. Das ergibt eine erste Analyse des Forschungsprojekts SPIRIT-E unter Leitung der Technischen Universität München (TUM), für die Daten aus drei Jahren ausgewertet wurden.

Praxistest bei Spedition Schmid

Der Versuch lief von August 2023 bis Oktober 2026 im Realbetrieb der Spedition Schmid in Regensburg. Ein elektrischer MAN eTGX mit 480 kWh nutzbarer Batteriekapazität diente als Pufferspeicher für den Betriebshof. Über eine bidirektionale Gleichstrom-Ladesäule mit bis zu 350 Kilowatt speiste er Strom ins lokale Depotnetz und zurück ins öffentliche Netz ein. Außerdem lud er andere Fahrzeuge.

Laut Auswertung lassen sich die Energiekosten unter realistischen Bedingungen um etwa zehn Prozent senken, im besten Fall sogar um bis zu 20 Prozent. Voraussetzung sind bestimmte Rahmenbedingungen, unter denen sich die Rückspeisefunktion für Lkw und Betriebshof erst lohnt.

Das Konsortium

SPIRIT-E steht für „Shared Private Charging Infrastructure and Reservation for Bidirectionally Integrated Truck Electrification“. Die TUM leitete das Konsortium, zu dem Fraunhofer IEE, die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE), SBRS (Shell), TenneT, Hubject, Consolinno Energy und MAN Truck & Bus gehörten.

Eine Unstimmigkeit gibt es bei der Leistung: Die Projektseite des Konsortiums nennt bis zu 375 Kilowatt Rückspeiseleistung, TUM und MAN geben für den konkreten eTGX-Versuch übereinstimmend 350 Kilowatt an. Hier gilt daher der Wert von 350 Kilowatt.

Bedeutung für die Branche

Für Logistikunternehmen, die ihre Flotten elektrifizieren, deutet sich eine zusätzliche Einsparquelle an: Lkw stehen lange im Depot, ihre großen Batterien könnten günstigen Strom aufnehmen und bei hohen Preisen oder Lastspitzen wieder abgeben. Ob sich das Modell breit durchsetzt, hängt von Ladeinfrastrukturkosten, Fahrzeugverfügbarkeit und Netzregeln ab.

Schlagwörter:bidirectional chargingelectric trucksspirit-eman etgxtumlogistics

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