Osegi
Auto·2 Min. Lesezeit

Audi: Quartalsgewinn bricht um 87 Prozent ein, Döllner in der Kritik

Audi verdient im dritten Quartal nur noch 95 Millionen Euro nach Steuern. Zugleich steht Konzernchef Gernot Döllner wegen seines Auftritts mit Donald Trump unter Druck.

Audi logo on a car at a dealership, symbolizing the carmaker's weak third-quarter results.
Bild: Autos

Audi hat im dritten Quartal nur knapp rote Zahlen vermieden. Nach eigenen Angaben sank der Gewinn nach Steuern auf 95 Millionen Euro – 87 Prozent weniger als vor einem Jahr, als es noch 718 Millionen Euro waren. Zum Teilkonzern im Volkswagen-Reich gehören auch Lamborghini, Bentley und Ducati.

Nach neun Monaten steht ein Gewinn von 1,22 Milliarden Euro bei 42 Milliarden Euro Umsatz zu Buche, beides deutlich weniger als zuvor. Wegen des schwachen dritten Quartals senkt Audi die Jahresprognose. Finanzchef Jürgen Rittersberger sagt, daraus lasse sich ein besseres viertes Quartal ableiten.

China, Zölle und Energiekosten

Als Gründe nennt Audi den Markteinbruch in China, vor allem bei Verbrennern, die wachsende Konkurrenz und den Exportdruck chinesischer Hersteller auf Europa. Hinzu kommen Unsicherheiten durch den Nahen Osten, steigende Energiekosten und US-Zölle. Audi trifft es auch deshalb besonders hart, weil es kein eigenes US-Werk hat und bei wichtigen Modellen Wechsel laufen. Mercedes verdiente im Quartal zum Vergleich 1,52 Milliarden Euro; BMW legt nächste Woche Zahlen vor.

Der Handlungsbedarf sei hoch und dulde keinen Aufschub, so Rittersberger. Audi setze auf konsequente Kostendisziplin, weniger Komplexität und effizientere Strukturen. Konkret zu den deutschen Standorten wird das Unternehmen nicht. Die Zukunftsvereinbarung sieht bis 2029 den Abbau von bis zu 7500 Stellen vor; über weitere Einsparungen wird verhandelt, sogar das Aus des Werks Neckarsulm steht im Raum. Anfang Oktober hatte Audi die Schlechtwetterklausel von 2019 gezogen, die Verhandlungen mit dem Betriebsrat erzwingt.

Döllners Auftritt mit Trump

Zusätzlich unter Druck steht Konzernchef Gernot Döllner. Am Rande der Gespräche über ein Werk in Georgia trat er mit US-Präsident Donald Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung auf, wo Trump die Pläne verkündete. Kritiker, teils mit Rücktrittsforderungen, sehen darin einen Verstoß gegen Audis eigene Regeln, zumal kurz vor den Zwischenwahlen am 3. November. Döllner verteidigt den Auftritt als im Unternehmensinteresse; eine Einladung lehne man aus Respekt vor dem Amt nicht ab.

Zu den Bedingungen des Werks äußerte sich Rittersberger kaum. Infrastruktur, Arbeitskräfte und Förderung hätten für Georgia gesprochen. Ob der Deal Zölle beeinflusst, ließ er offen. Der Aufsichtsrat wollte sich in einer außerplanmäßigen Sitzung damit befassen.

Schlagwörter:audivolkswagenchinatrumpgeorgia plantquarterly results

Mehr von diesem Tag

Alle anzeigen →

Mehr aus: Auto

Alle anzeigen →