Artcraft: KI-gebaute Open-Source-Alternative zu Adobe Photoshop
Entwickler Brandon Thomas und sein vierköpfiges Team stellen mit Artcraft eine kostenlose Open-Source-Suite für Kreative vor, die Adobes Creative Cloud Konkurrenz machen soll.

Der Software-Entwickler Brandon Thomas hat mit Artcraft eine kostenlose Open-Source-Suite für Kreative vorgestellt, die Adobes Creative Cloud Konkurrenz machen soll. Das Projekt befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase, sorgt aber bereits für Aufmerksamkeit.
Thomas hat die Software mit einem vierköpfigen Team umgesetzt. Auf Hacker News behauptete er, mithilfe von KI Photoshop in nur einer Sitzung nachgebaut zu haben. Die Anwendungen ähneln Adobes Programmen stark: Photocraft ersetzt Photoshop, Lightcraft tritt an die Stelle von Lightroom. Ziel ist es, Adobes Software zurückzuentwickeln und ein gleichwertiges Produkt ohne Cloud-Anbindung und hohe Monatskosten anzubieten. Zum Vergleich: Für das Pro-Abo mit Photoshop, Premiere und Firefly zahlen Einzelpersonen rund 78 Euro pro Monat.
Früher Stand mit Lücken
Laut dem Team entwickelt sich die aktuelle Version rasant weiter, ist aber noch unfertig. Erste Tester verweisen auf diverse Defizite, und Thomas selbst sagt, es werde noch einige Monate dauern, bis 99 Prozent der Funktionen abgedeckt sind. Eigenen Angaben zufolge nutzte das Team Anthropics Claude Opus 5.5 als KI-Werkzeug und Rust als Programmiersprache. Die Programme laufen unter Windows, macOS und Linux.
Ein reines Vibe-Coding-Projekt sei Artcraft nicht, betont Thomas. Er verfüge über 15 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung und mit großen Rust-Projekten und wolle zeigen, was aktuelle KI-Tools leisten. Auch persönliche Motive dürften eine Rolle spielen: In einem Reddit-Beitrag schreibt er, Adobe habe ihm mehrfach eine Stornogebühr berechnet, seitdem „hasse“ er das Unternehmen. Viele Reddit-Nutzer begrüßen eine Adobe-Alternative.
Rechtliche Fragen offen
Artcraft zeigt, wie gut KI inzwischen darin ist, anhand von Vorgaben komplexe Programme zu erstellen. Thomas sieht darin den Beginn eines Zeitalters, in dem jeder eigene Alternativen zu kommerzieller Software bauen und anpassen kann.
Ob er seine ambitionierten Versprechen halten kann, bleibt abzuwarten, denn von einem fertigen Produkt ist Artcraft noch weit entfernt. Hinzu kommen rechtliche Fragen: Weil das Projekt der Creative Cloud sehr ähnlich ist, ist offen, ob Adobe den Nachbau dulden wird.
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