Alphabet-Aktie bricht um 13 % ein: 500 Milliarden Dollar weg
Alphabet erlebt den schlechtesten Börsentag seiner Geschichte. Der KI-Modus der Google-Suche bringt weniger ein als klassische Links und verunsichert Anleger.

Die Alphabet-Aktie ist am Donnerstag um knapp 13 % gefallen und hat damit rund 500 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet. Für die Google-Muttergesellschaft ist das der schlechteste Handelstag seit dem Börsengang 2004. Der bisherige Rekord lag bei 11,63 % im März 2020.
Dabei hatte der Konzern einen Tag zuvor starke Eckdaten vorgelegt: Der Quartalsumsatz stieg um 25 % auf 127,6 Milliarden Dollar, getragen von einem Cloud-Geschäft, das sich binnen eines Jahres verdoppelt hat. Sorgen bereitet die Suche, die fast die Hälfte der Konzernerlöse ausmacht. Ihre Einnahmen wuchsen im dritten Quartal um 12 % auf 63,35 Milliarden Dollar und lagen damit zum zweiten Mal in Folge unter den Erwartungen der Analysten. In den beiden Quartalen davor waren es noch 19 % und 17 %.
Der KI-Modus verdient weniger pro Antwort
Auf die Verlangsamung angesprochen, nannte Google-Vertriebschef Philipp Schindler zunächst Wechselkurseffekte. Dann räumte er ein, das starke Wachstum der Anfragen im KI-Modus habe sich ausgewirkt, „wegen der geringeren Monetarisierung, die wir dort beobachtet haben“. Nutzer stellen Google also so viele Fragen wie nie, das Wachstum der Anfragen ist das höchste seit fünf Jahren, doch eine KI-Antwort bringt weniger ein als eine Seite mit klassischen Links.
Hinzu kommen die Kosten: Alphabet plant in diesem Jahr Investitionen von 195 bis 205 Milliarden Dollar in Rechenzentren, der freie Cashflow lag im Quartal bei minus 9,07 Milliarden Dollar.
Auch Webseiten spüren die Folgen
Nicht nur Google ist betroffen. Reddit kündigte das Ende der Nutzung ohne Konto an; Tests eines Zugangs nur für angemeldete Mitglieder starten noch in diesem Quartal außerhalb der USA. Laut Reddit gingen im Oktober über 1 Million Suchmaschinen-Verweise pro Woche verloren, die tägliche Nutzung könnte bis Jahresende um rund 10 % sinken. Konzernchef Steve Huffman sagte, Google habe „sein Verhältnis zum Rest des Internets wirklich verändert“.
Google setzt auf Werbung. Anzeigen werden auf KI-Übersichten und den KI-Modus ausgeweitet, im KI-Modus kommen zehn weitere Länder hinzu, darunter Brasilien, Mexiko und das Vereinigte Königreich. Schindler spricht von Anfragen „vor dem Kauf“ mit neuer, wertvoller Kaufabsicht. Entscheidend wird, ob diese Anzeigen die Lücke zwischen Nutzung und Ertrag schließen.
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