Volkswagen: Quartalsverlust von 5,82 Milliarden Euro im dritten Quartal
Eine Porsche-Abschreibung, die China-Schwäche und der Konzernumbau drücken Volkswagen im dritten Quartal tief ins Minus. Der Konzern steuert auf ein Verlustjahr zu.

Volkswagen hat im dritten Quartal einen Verlust von rund 5,82 Milliarden Euro nach Steuern eingefahren. Im Vorjahresquartal waren es gut 1,07 Milliarden Euro Minus. Hauptgrund sind Sondereffekte von 7,8 Milliarden Euro, zudem belasten das schwache China-Geschäft, Preisdruck, US-Zölle und der wachsende Anteil margenschwächerer E-Autos. Der Konzernumsatz sank um 6,3 Prozent auf rund 75,28 Milliarden Euro.
Porsche-Abschreibung und Umbaukosten
Am stärksten wiegt eine Abschreibung auf den Firmenwert von Porsche über rund 6,4 Milliarden Euro. Sie ist nicht zahlungswirksam, drückt aber den operativen Gewinn deutlich. Grund sind gesenkte Erwartungen an die künftige Entwicklung der Marke. Hinzu kommt eine ebenfalls nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von etwa einer Milliarde Euro bei China-Gesellschaften. Belastend wirkt außerdem der geplante Verkauf des Werks Osnabrück an Aurelius und das Land Niedersachsen, die den Standort auf Rüstung ausrichten wollen.
Für das Gesamtjahr rechnet VW mit Sonderkosten von rund 10 Milliarden Euro, 8,7 Milliarden sind bereits verbucht. In den ersten neun Monaten lag das Ergebnis nach Steuern bei minus 2,72 Milliarden Euro, nach einem Plus von gut 3,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Es wäre das erste Verlustjahr seit dem Dieselbetrug. Ohne Sondereffekte hätte der Konzern 8,8 Milliarden Euro verdient, die operative Rendite hätte 3,8 Prozent betragen.
Absatz bricht in China ein
Die Auslieferungen sanken im Quartal um 14,3 Prozent auf 1,89 Millionen Fahrzeuge. In China verkaufte VW knapp 406.000 Autos, 38,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Finanzchef Arno Antlitz sagte, der Markterfolg der Elektroautos setze das Ergebnis zusätzlich unter Druck, weil damit noch weniger verdient werde als mit Verbrennern. In Europa war in den ersten neun Monaten jedes fünfte Auto ein Elektroauto; allein für die ID.-Polo-Familie liegen rund 150.000 Bestellungen vor.
Die Gewinnprognose hatte der Vorstand um Oliver Blume bereits im September gesenkt: Vom Umsatz bleibt 2026 höchstens ein Prozent als operativer Gewinn, zuvor waren 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet worden. Der Umsatz soll bei rund 315 Milliarden Euro liegen. Der „Zukunftsplan 2030“ sieht ein Kostenprogramm von rund 31 Milliarden Euro vor, weitere 50.000 Stellen könnten rechnerisch wegfallen, zusätzlich zu den bereits vereinbarten 50.000. Bei der Kernmarke beginnen im November Gespräche mit den Arbeitnehmern. Ende September beschäftigte der Konzern 614.500 Menschen.
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