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Wirtschaft·2 Min. Lesezeit

Verve plant Tap-to-Pay per Handy und KI-Agenten-Zahlungen

Nigerias größtes Kartensystem Verve, inzwischen mit 130 Millionen Karten, will Handy-Zahlungen per Tap einführen und später KI-Assistenten zahlen lassen.

A customer taps a smartphone on a payment terminal in a Nigerian shop, illustrating contactless mobile payments.
Bild: TechCabal

Verve, das größte Kartensystem Nigerias, will Kunden das Bezahlen per Handy-Tap ermöglichen und künftig auch KI-Assistenten Zahlungen im Auftrag der Nutzer erlauben. Das sagte Vorstandschef Vincent Ogbunude am 29. Oktober auf der Konferenz Moonshot by TechCabal.

Ogbunude bezeichnete beide Vorhaben als nächsten Schritt, um Reibung aus dem Zahlungsverkehr zu nehmen. „Die größten Kosten im Zahlungsverkehr entstehen durch Reibung“, sagte er. Jeder zusätzliche Schritt, vom Eintippen einer Kontonummer bis zur Wiederholung einer fehlgeschlagenen Überweisung, verursache Kosten.

Vom kontaktlosen zum agentischen Bezahlen

Die Pläne bauen auf einer Offensive auf, die Verve im vergangenen Jahr begonnen hat: Das Unternehmen überschritt 100 Millionen Karten und stieg in kontaktloses Bezahlen und Tokenisierung ein, bei der Kartendaten durch einen Einmalcode ersetzt werden. Inzwischen zählt Verve nach Angaben Ogbunudes 130 Millionen Karten.

Mit Tap-to-Pay auf dem Smartphone könnten Kunden mit einem Gerät zahlen, das sie ohnehin bei sich tragen, ganz ohne physische Karte. Agentische Zahlungen gehen weiter: Ein KI-Assistent würde auf Anweisung des Kunden einen Kauf selbst finden und abschließen, ohne dass der Kunde jeden Schritt ausführt.

Auch die globalen Kartennetzwerke bewegen sich in diese Richtung. Visa und Mastercard kündigten 2025 beide Programme an, mit denen KI-Agenten für Karteninhaber bezahlen können.

Interswitch und die Reibung

Verve ist das Kartensystem von Interswitch, dem nigerianischen Zahlungsunternehmen. Ogbunude beschrieb dessen Geschichte als Abfolge von Lösungen gegen Reibung: Früher mussten Kunden zum Geldabheben die Filiale der eigenen Bank aufsuchen. Das Netzwerk von Interswitch machte Karten an den Geldautomaten jeder Bank nutzbar; später folgten Quickteller, POS-Terminals und Verve.

Die Größenordnungen sind enorm. Das Sofortzahlungssystem NIBSS Instant Payment verarbeitete 2024 rund 11,2 Milliarden Transaktionen im Wert von 1,07 Billiarden Naira, so die jüngsten Jahreszahlen der Nigeria Inter-Bank Settlement System.

Gelingt Verve der Schritt, verschiebt sich der Maßstab für Fortschritt im nigerianischen Zahlungsverkehr: weg von der Zahl der Kartenbesitzer, hin zur Frage, wie wenige Schritte ein Bezahlvorgang braucht. In einem Markt, in dem die meisten Zahlungen per Überweisung laufen, bleibt die größere Frage, ob Kunden und Banken Software das Ausgeben ihres Geldes anvertrauen.

Schlagwörter:verveinterswitchtap-to-payagentic paymentsnigeriafintech

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