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KI·2 Min. Lesezeit

Association for Human Mathematics: 1.000 Mathematiker gegen KI

Über 1.000 Mathematiker:innen haben sich der neuen Association for Human Mathematics angeschlossen und verzichten in ihrer Forschung auf KI. Kritik gilt vor allem OpenAI.

A chalkboard covered with handwritten mathematical equations in a university lecture hall.
Bild: t3n Magazin

Mehr als 1.000 Mathematiker:innen weltweit haben sich der neu gegründeten Association for Human Mathematics (AHM) angeschlossen. Die Mitglieder verpflichten sich, in ihrer Forschung auf Künstliche Intelligenz zu verzichten. Der Verband sieht in KI-Unternehmen wie OpenAI eine Gefahr für die intellektuellen Grundlagen des Fachs.

Auslöser ist unter anderem, dass OpenAI Anfang des Monats auf einen Schlag 722 Fachartikel veröffentlichte, die mathematische Probleme beweisen oder widerlegen. Manche Forschende zeigten sich beeindruckt, viele lehnen das Vorgehen jedoch ab.

Verzicht auf KI-generierte Mathematik

Auf seiner Website erklärt der AHM, er wolle die Mathematik als menschliches Unterfangen schützen und die Unabhängigkeit der Community gegenüber unternehmerischen Interessen wahren. Mathematischer Fortschritt erfordere menschliches Fachwissen, das durch Schreiben und sorgfältiges Denken entstehe. Die automatisierte Produktion und Rezeption von Mathematik untergrabe deshalb das Fundament des Fachgebiets.

Wer beitritt, verpflichtet sich laut Richtlinien, keine KI-generierten mathematischen Texte zu veröffentlichen und auch zu Forschungszwecken keine KI-Modelle zu nutzen. Zudem fordert der Verband Wissenschaftler:innen auf, die Zusammenarbeit mit OpenAI zu beenden. Er verweist auf die gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen der KI-Industrie, an denen man sich nicht mitschuldig machen wolle.

Vorwurf der Machtdemonstration

Nach Darstellung des Verbands hat OpenAI Probleme ausgewählt, um für die Fähigkeiten seiner Produkte zu werben, ohne die Folgen für die Fachgemeinschaft zu bedenken. Niemand habe das Unternehmen gebeten, bestehende Rätsel zu lösen; einen angeblichen Mehrwert weise man zurück. Auch auf die zahlreichen Klagen gegen OpenAI wegen mutmaßlicher Urheberrechtsverletzungen verweist der AHM.

„Die Veröffentlichung von über 700 Dateien auf einmal ist kein Beweis für wissenschaftliche Seriosität, sondern eine Demonstration von Macht“, heißt es. Die Mathematik solle vertrauenswürdig bleiben, ethisch erforscht werden und im öffentlichen Interesse liegen.

Die Mitgliederliste ist online einsehbar. Unter den Unterzeichnenden finden sich Forschende vom MIT, vom California Institute of Technology und von der Technischen Universität München. Dass der Verband erst wenige Wochen besteht und bereits so viele Mitglieder zählt, zeigt, wie umstritten KI in der Grundlagenforschung ist.

Schlagwörter:openaimathematicsai boycottassociation for human mathematicsresearch

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