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Südkorea: Offshore-Wind-Ausbau braucht eine eigene Lieferkette

Südkorea will bis 2035 insgesamt 25 GW Offshore-Wind installieren. Eine Analyse warnt, dass die heimische Lieferkette nicht als eigenes politisches Ziel gesteuert wird.

Südkoreas Offshore-Windbranche tritt in eine neue Phase ein, doch die Lieferkette droht hinter den Ausbauplänen zurückzubleiben. Das Parlament hat ein Sondergesetz zur Förderung des Ausbaus und zum Aufbau der Industrie verabschiedet, das geplante Standorte und eine staatlich geführte Standortsuche vorsieht.

Zugleich stellt die Regierung das System von Zertifikaten für erneuerbare Energien (REC) auf einen Markt für langfristige Verträge um. Als Ausbauziele nennt sie 10,5 GW bis 2030 und 25 GW bis 2035.

Lücke zwischen Ziel und Kapazität

Nach 2030 wären dafür jährlich rund 4 GW an Fertigungs- und Installationskapazität nötig. Bei Turbinen der 15-MW-Klasse entspricht das etwa 267 Anlagen pro Jahr, die gebaut, transportiert und errichtet werden müssen. Dafür braucht es dauerhaft Fabriken für Rotorblätter, Türme und Fundamentstrukturen, spezielle Häfen und große Errichterschiffe.

Diese Kapazitäten lassen sich nicht kurzfristig aufbauen. Große Fertigungsanlagen für Fundamente benötigen Jahre, und Errichterschiffe wie WTIV haben zwischen Bestellung und Auslieferung ebenfalls mehrjährige Vorlaufzeiten. Die Regierung hat deshalb gesonderte Pläne für Spezialhäfen und Schiffe angekündigt.

Südkorea verfügt über eine Weltklasse-Werftindustrie sowie starke Stahl- und Maschinenbausektoren, die sich ausweiten ließen. Eine eigene Lieferkette für Offshore-Wind fehlt dennoch weitgehend. Nach Ansicht der Analyse liegt das daran, dass ihr Aufbau nicht als politisches Ziel gleichrangig mit dem Ausbau verfolgt wurde. Großbritannien habe massiv Offshore-Wind installiert, hänge aber stark von ausländischen Zulieferern ab. China dagegen habe eine Kette von Turbinen über Fundamente und Schiffe bis zur Wartung aufgebaut.

Verbindliche Lieferkettenpläne

Entscheidet allein die Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte, dürften bereits gebaute ausländische Schiffe den Zuschlag erhalten, sodass im Inland weder Investitionen noch Schiffbau noch Betriebserfahrung entstehen. Ein Projekt im Südwesten der Provinz Nord-Jeolla berücksichtigt die Lieferkette bereits bei der Bieterauswahl. Eine Bewertung genüge jedoch nicht, wenn Betreiber nach dem Zuschlag die Lieferanten wechseln könnten.

Die Analyse fordert, dass Betreiber neben der Erzeugung auch Pläne für Turbinen, Türme, Fundamente, Kabel und Schiffe vorlegen. Diese sollen Kernbedingung der Genehmigung sein, mit empfindlichen Sanktionen bei wesentlichen Änderungen.

Die Sorge zeigt sich bereits in der jüngsten Ausschreibung: Von 1,7 GW fest installierter Offshore-Kapazität entfallen nur 300 MW auf die staatlich geführte Schiene, 1,4 GW auf den allgemeinen Wettbewerb.

Schlagwörter:offshore windsouth koreasupply chainrenewable energyshipbuildingenergy policy

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