Südkorea: 19,2 Billionen Won für Hochschul-F&E, nur 1,4 % Ertrag
Südkoreas Hochschulen und öffentliche Institute geben jährlich 19,2 Billionen Won für F&E aus, erzielen aber nur 278 Milliarden Won Lizenzeinnahmen.
Südkoreas Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen investieren jährlich 19,2 Billionen Won in Forschung und Entwicklung, nahmen mit dem Verkauf von Technologie aber nur 278 Milliarden Won ein. Das entspricht einer Rendite von rund 1,4 Prozent: Auf 100 Millionen Won Einsatz kommen 1,4 Millionen Won Erlös.
Die Zahlen stammen aus einem Plan zur Vermarktung von IP-basierter Forschung, den das Ministerium für geistiges Eigentum und das Wissenschaftsministerium am 30. September bei der 13. Ministerrunde für Wissenschaft und Technologie beschlossen haben. Auch andere Werte fallen schwach aus: Von 44.079 Patentanmeldungen aus staatlicher Forschung im Jahr 2024 waren 87 Prozent (38.444) reine Inlandsanmeldungen, und nur 3,2 Prozent der anwendungsnahen Projekte waren mit einer IP-Strategie verknüpft.
Drei Säulen des Regierungsplans
Die Regierung will schon zu Forschungsbeginn eine IP-Strategie festlegen, Auslands- und Standardpatente sichern und die Vermarktung an Hochschulen und Instituten stärken. Ab der zweiten Jahreshälfte entsteht für „Physical AI“ eine nationale Patentstrategiekarte, zudem sollen „AI-IP-Lösungen“ Patentdaten als KI-Trainingsdaten aufbereiten. Für humanoide Roboter ist ein K-Patentpool geplant, dazu gemeinsame Standards für Technologietransferstellen (TLO) und IP-Beauftragte. Der im April gestartete IP-TLO-Verbund zählt 60 Stellen.
Kritik: Entscheidend ist die Umsetzung
Ein Expertenkommentar hält die Richtung für richtig, die Umsetzung aber für das Risiko, da frühere Initiativen letztlich an Anmeldezahlen gemessen wurden. Als Vorbild gilt das Forschungsinstitut ETRI: Seine internationalen Standardpatente stiegen bis Ende 2025 kumuliert auf 1.312, die Lizenzeinnahmen daraus wuchsen von 36,7 Milliarden Won (2023) auf 50,2 Milliarden Won (2025). Insgesamt erzielte ETRI im vergangenen Jahr mit 51,5 Milliarden Won einen Rekord und peilt 100 Milliarden Won jährlich an.
Der Autor fordert Kennzahlen, die Portfolioqualität statt Anmeldezahlen messen, etwa Erteilungsquoten in Kernmärkten, Aufrechterhaltungsquoten und Aufnahme in Standards. Auch das Aussortieren von Patenten solle honoriert, Lizenzerlöse über mehrere Jahre gemittelt, Erfinder höher vergütet und TLOs personell gestärkt werden. Ein KI-Recherchepilot des US-Patentamts lockte bis Mitte April nur 169 Anträge und wurde zum 1. Juni beendet – kostenlose Werkzeuge allein ändern Anmeldegewohnheiten kaum.
Zudem baut die Regierung ein System auf, das öffentliche Institute mit privaten Verwertern für Auslandspatente verbindet. Nächstes Jahr soll die Zahl der IP-Transaktionsexperten von 22 auf 36 steigen.
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