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Wirtschaft·2 Min. Lesezeit

Amazon sichert sich bis zu 80 Mrd. Dollar Lieferantenfinanzierung

Amazon darf sich über Vereinbarungen mit Lieferanten bis zu 80 Milliarden Dollar leihen, besichert durch gekaufte Ausrüstung. Das Geld fließt in die KI-Infrastruktur.

Amazon hat mit seinen Lieferanten Finanzierungsvereinbarungen getroffen, die eine Kreditaufnahme von bis zu 80 Milliarden Dollar ermöglichen. Als Sicherheit dient der Wert der erworbenen Geräte und Hardware. Der Konzern will damit seine finanzielle Flexibilität erhöhen und eine zusätzliche Geldquelle für die enormen Investitionen in KI-Infrastruktur erschließen.

Laut der Quartalsmitteilung des Unternehmens stehen die besicherten Kreditlinien ab Anfang 2027 bis zum dritten Quartal 2028 bedarfsabhängig zur Verfügung. Die Kreditgeber erhalten Sicherungsrechte an einem Teil der Vermögenswerte, die im Rahmen dieser Vereinbarungen angeschafft werden.

Anderer Weg als die Konkurrenz

Bislang finanzierte Amazon Rechenzentren und Chipkäufe aus dem Cashflow von Cloud-Geschäft und E-Commerce sowie mit der größten Anleihe der Firmengeschichte. Anders als manche Wettbewerber hat der Konzern weitgehend auf ungewöhnliche Konstruktionen verzichtet, etwa Partnerschaften mit Investorengruppen zur gemeinsamen Finanzierung von Rechenzentren oder das Anmieten von Chips, die andere kaufen. Viele dieser Deals drehen sich um Nvidia-Chips, die die meisten KI-Anwendungen antreiben und oft zu den teuersten Bestandteilen eines Rechenzentrums zählen.

Matt Garman, Chef von Amazon Web Services, sagte in einem Fernsehinterview, das Unternehmen suche nach Wegen, große Investitionschancen verantwortungsvoll zu finanzieren, um möglichst weit zu expandieren und Kunden zu bedienen. Gemeinsam mit Partnern arbeite Amazon an Mechanismen, um den Cashflow auszubalancieren und zugleich die Expansion zu beschleunigen.

Wachsender Ausgabendruck

Die Ankündigung folgt auf Quartalszahlen, in denen die Investitionsausgaben die Erwartungen der Analysten übertrafen. Der freie Cashflow lag in den zwölf Monaten bis zum 30. September bei minus 42,4 Milliarden Dollar. Die Amazon-Aktie gab am Freitag bis zur Mitte des Handels in New York rund 2 Prozent nach.

Die gesamten Ausgabenverpflichtungen stiegen Ende September auf 883 Milliarden Dollar, 36 Prozent mehr als Ende Juni und mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Sie umfassen Schulden und Zinsen, noch nicht begonnene Leasingverträge sowie Verpflichtungen für den Kauf von Immobilien und Ausrüstung und zeigen, welche finanziellen Lasten hinter Amazons KI-Expansion stehen.

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