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Sicherheit·2 Min. Lesezeit

Sekoia: Gefälschte Webseiten spionieren iPhone und Android aus

Sicherheitsforscher von Sekoia entdecken Spionagekampagnen mit gefälschten Webseiten, die ungepatchte iPhones und Android-Geräte angreifen. Russland steht im Verdacht.

Sicherheitsforscher des Unternehmens Sekoia haben Cyberspionage-Kampagnen aufgedeckt, bei denen gefälschte oder manipulierte Webseiten persönliche Daten und Geräteinformationen von iPhone- und Android-Nutzern abgreifen. Laut dem Bericht stecken vermutlich Akteure aus dem Umfeld des russischen Auslandsgeheimdienstes dahinter. Sie nehmen gezielt einzelne Personen ins Visier.

Die Angreifer versuchten, Schwachstellen in mobilen Betriebssystemen auszunutzen, für die Apple und Google bereits Updates veröffentlicht haben. Gefährdet sind deshalb vor allem Nutzer, die diese Patches noch nicht installiert haben.

So laufen die Angriffe ab

Die Hacker bauten täuschend ähnliche Seiten nach. Ein Beispiel imitierte eine Webseite zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA: Die Adresse ähnelt dem Original, zusätzlich eingebauter Schadcode läuft, sobald die Seite geladen wird. Weitere Köder bezogen sich auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine, eine gefälschte Seite kopierte die offizielle Webseite des Hotels Raffles in London. Außerdem kamen falsche Kalendereinladungen, Veranstaltungshinweise und sorgfältig formulierte Nachrichten zum Einsatz, damit die Zielpersonen Links öffnen.

Der Angriff verläuft in mehreren Phasen. JavaScript prüft zunächst Browser, Gerätetyp und Betriebssystem. Anhand dieser Daten wählen die Angreifer eine von drei Exploit-Ketten. Einige Angriffe nutzen eine sogenannte Zero-Click-Technik: Das Opfer muss nach dem Eintreffen des Angriffs weder einen Link antippen noch eine Datei laden.

Warum alte Lücken gefährlich bleiben

Die Kampagnen setzen auf N-Day-Schwachstellen. Das sind bekannte, bereits geschlossene Lücken, die auf nicht aktualisierten Geräten weiter ausnutzbar sind. Wer Updates aufschiebt, bleibt also gefährdet, obwohl es längst eine Lösung gibt.

Daraus ergeben sich klare Empfehlungen: die neueste Version von iOS oder Android sofort installieren, Apps und Browser aktuell halten, Links in unerwarteten Nachrichten und unbekannte Kalendereinladungen meiden und die Webadresse prüfen, bevor persönliche Daten eingegeben werden. Denn eine gefälschte Seite kann dem Original optisch völlig gleichen. Ein aufgeschobenes Update bedeutet demnach nicht nur verpasste Funktionen, sondern kann das Gerät bekannten Angriffen aussetzen, die für Spionage und Datendiebstahl genutzt werden.

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