Samsung bittet UMC um mehr Display-Chips und bekommt eine Absage
Samsung wollte bei UMC über 10.000 zusätzliche Wafer für OLED-Treiberchips ordern, weil sich Foldables besser verkaufen. UMC soll mangels Kapazität abgelehnt haben.

Samsung Electronics ist mit einer Zusatzbestellung beim taiwanischen Auftragsfertiger UMC offenbar abgeblitzt. Der Konzern wollte laut einem Bericht der taiwanischen Economic Daily News vom 2. November (Ortszeit) mehr als 10.000 weitere Wafer für OLED-Display-Treiberchips (DDI) fertigen lassen. Hintergrund ist die stärker als erwartete Nachfrage nach seinen faltbaren Smartphones.
UMC soll mitgeteilt haben, die Fabriken seien an der Auslastungsgrenze, neue Mengen könne man nicht zuteilen.
Erst storniert, dann doch gebraucht
Samsung hatte zuvor mit einem begrenzten Wachstum des Smartphone-Marktes gerechnet. Als Gründe galten steigende Komponentenpreise durch die Knappheit bei Speicherchips sowie der weltweite Preisdruck. Deshalb zog das Unternehmen den Auftrag über mehr als 10.000 DDI-Wafer bei UMC zurück.
Der Markt entwickelte sich jedoch anders: Die Smartphone-Verkäufe lagen über den Prognosen, vor allem die Galaxy Z Fold8- und Flip8-Serie legte zu. Nun fehlen Samsung Treiberchips. Die neue Anfrage gilt als Versuch, die stornierte Menge wiederzubekommen.
UMC hatte jedoch keinen Spielraum. Nach der Stornierung hatte der Auftragsfertiger die frei gewordene Kapazität mit Aufträgen anderer Kunden belegt, deren Produktionspläne bereits feststehen.
Warum das wichtig ist
Ein DDI verarbeitet die Signale des Anwendungsprozessors und steuert Helligkeit und Farbe jedes einzelnen Pixels. Für OLED-Panels ist er unverzichtbar; Engpässe können die Fertigung fertiger Smartphones beeinträchtigen.
Der Fall zeigt eine angespanntere Lage im Foundry-Markt, besonders bei ausgereiften Fertigungsprozessen für Standardchips. Bei manchen Anbietern schrumpft die freie Kapazität, und sie wählen Aufträge zunehmend gezielt aus.
Ein südkoreanischer Branchenvertreter sagte, steigende Foldable-Verkäufe trieben zwangsläufig auch die DDI-Nachfrage, und mehrere Hersteller für die Beschaffung zu nutzen sei eine übliche Strategie. Die großen Foundries setzten bereits erhebliche Kapazitäten für zugesagte Mengen ein, zusätzliche Aufträge außerhalb bestehender Verträge seien daher schwierig.
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