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Wissenschaft·2 Min. Lesezeit

RheEnergise: Pumpspeicher ohne Berge dank Flüssigkeit mit 2,5-facher Dichte

Das britische Startup RheEnergise nutzt eine Flüssigkeit mit 2,5-facher Wasserdichte, damit Pumpspeicherkraftwerke auch auf flachen Hügeln funktionieren. Eine 500-kW-Pilotanlage läuft.

Cutaway illustration of a hillside pumped storage hydro plant with buried tanks and a pipe linking upper and lower reservoirs.
Bild: ギズモード・ジャパン

Das britische Startup RheEnergise will Pumpspeicherkraftwerke ohne Gebirge möglich machen. Dafür ersetzt es Wasser durch eine eigens entwickelte „High-Density Fluid“, die 2,5-mal so dicht ist wie Wasser.

Im Januar 2026 meldete das Unternehmen, ein Pilotprojekt habe eine Spitzenleistung von 500 Kilowatt erreicht.

Warum die Dichte den Unterschied macht

Pumpspeicher sind der größte Energiespeicher der Welt. Die installierte Leistung liegt weltweit bei rund 200 Gigawatt, über 90 Prozent aller Langzeitspeicher. Das Prinzip stammt aus der Schweiz des Jahres 1907: Überschüssiger Strom pumpt Wasser in ein oberes Becken, bei Knappheit fließt es durch eine Turbine zurück.

Das Problem ist die Geografie. Nötig sind ein großer Höhenunterschied, eine Wasserzufuhr und ein Tal, in dem sich ein Damm bauen lässt. In Japan etwa gelten geeignete Standorte als nahezu erschöpft.

Eine dichtere Flüssigkeit liefert bei gleichem Volumen und gleicher Fallhöhe mehr Energie, der benötigte Höhenunterschied sinkt. Sanfte Hügel könnten genügen, wo bisher steile Berge nötig waren.

Dicht, aber fließfähig

Dichte Flüssigkeiten sind meist zähflüssig wie Honig und lassen sich schlecht pumpen. Laut Unternehmen gelang die Lösung gemeinsam mit der University of Exeter: Die Flüssigkeit besteht überwiegend aus festen Partikeln und verhält sich ähnlich wie Ketchup, der erst unter Druck fließt. Zudem soll austretende Flüssigkeit nicht in Boden oder Grundwasser eindringen.

Im Pilotprojekt liegt das obere Becken 80 Meter hoch und ist über ein Glasfaserrohr mit 2,5 Metern Durchmesser mit dem unteren Tank verbunden. Beide Tanks sind vergraben, nur das Kraftwerkshaus mit Generator, Pumpen und Fluidmanagement ragt aus dem Boden.

Wie es weitergeht

Kommerzielle Anlagen sind mit 10 bis 20 Megawatt geplant, mit zwei bis vier Turbinen zu je 5 Megawatt. Das erste System soll bis Ende 2028 in Betrieb gehen.

Hürden bleiben: Die Anfangsinvestition ist hoch, Tiefbau ist weiterhin nötig, und Natrium-Ionen-Akkus, Flussbatterien und Druckluftspeicher entwickeln sich schnell. RheEnergise schätzt, dass das System bei acht Stunden Speicherdauer halb so viel kostet wie Lithium-Ionen-Technik. Belegt ist das im kommerziellen Maßstab noch nicht.

Schlagwörter:rheenergisepumped hydroenergy storagehigh-density fluidrenewable energy

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