OpenAI will laut Bericht Googles TPU-Chips kaufen und Nvidia umgehen
OpenAI plant Berichten zufolge den Kauf von Googles TPU-Chips, um weniger von Nvidia abzuhängen. Preis, Menge und Zeitplan sind bislang nicht bekannt.

OpenAI will KI-Chips von Google kaufen, berichtet eine mit der Sache vertraute Person. Damit würde sich das Unternehmen ein Stück weit von Nvidia lösen, dem Anbieter des Großteils der Hardware hinter dem KI-Boom. Keines der beiden Unternehmen hat den Plan bestätigt; Preis, Stückzahl und Liefertermine sind nicht bekannt.
Gemeint sind Googles Tensor Processing Units (TPUs), Prozessoren, die speziell für die Rechenoperationen von KI-Modellen entwickelt wurden. Laut Berichten mietet OpenAI TPUs seit Juni 2025 und sprach damals von frühen Tests ohne Pläne für einen großflächigen Einsatz. Ein Kauf hieße, die Hardware zu besitzen, statt Google stundenweise zu bezahlen.
Hinweise auf einen tieferen Kurswechsel
Eine Stellenanzeige von OpenAI in San Francisco sucht einen Ingenieur, der die Optimierung der Spitzenmodelle auf TPUs leitet. Dabei geht es um Compiler, also die Software, die ein Modell in Befehle für einen bestimmten Chip übersetzt – weshalb ein Chipwechsel mehr ist als der Austausch eines Bauteils. Richard Ho, der OpenAIs Hardwareprogramm leitet, war fast neun Jahre bei Google und gehörte zu den Leitern des Cloud-TPU-Projekts.
Auch anderswo streut OpenAI seine Lieferanten. Nvidia unterzeichnete im September 2025 eine Absichtserklärung über Investitionen von bis zu 100 Milliarden Dollar, gekoppelt an mindestens 10 Gigawatt Nvidia-Systeme, steckte dann aber 30 Milliarden Dollar in die Finanzierungsrunde. AMD räumte OpenAI das Recht ein, bis zu 160 Millionen Aktien (rund 10 Prozent) zu erwerben, geknüpft an den Einsatz von 6 Gigawatt AMD-Chips. Im Juni stellte OpenAI mit Jalapeño seinen ersten eigenen Inferenz-Chip vor, gebaut mit Broadcom; der Start des Einsatzes ist für Ende 2026 geplant.
Googles wachsendes TPU-Geschäft
Google präsentierte im April zwei TPUs der achten Generation: die 8t fürs Training und die 8i für Inferenz. Die Leistungsangaben beziehen sich auf den Vorgänger Ironwood, nicht auf Nvidia-Hardware. Konkurrent Anthropic vereinbarte im April mit Google und Broadcom mehrere Gigawatt TPU-Kapazität, die ab 2027 ans Netz gehen soll.
Alphabet liefert seit dem zweiten Quartal TPU-Systeme in die Rechenzentren von Kunden, so der Finanzchef, der den Großteil dieser Umsätze für 2027 erwartet. Google Cloud bietet zudem seit vergangener Woche ausgewählten Kunden OpenAIs GPT-6-Modelle in einer privaten Vorschau an. Alphabet legt am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen zum dritten Quartal vor.
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