Nvidia H200: 600.000 KI-Chips in Hongkong stecken fest
In Hongkong warten rund 600.000 Nvidia-KI-Chips auf den Weitertransport nach China. Peking verweigert bislang die Genehmigung für großflächige Importe.

In Hongkong lagern derzeit rund 600.000 fortschrittliche KI-Chips von Nvidia, die auf den Versand nach Festlandchina warten. Peking hat großflächige Importe bislang nicht genehmigt, obwohl die Nachfrage heimischer Technologiekonzerne hoch ist.
Der Stau zeigt das Dilemma der chinesischen Regierung: Sie will die strategische Abhängigkeit von US-Technologie verringern, doch die führenden Tech-Firmen des Landes brauchen Nvidia-Hardware dringend. Chinesische Alternativen erreichen beim Training großer neuronaler Netze noch nicht die Leistung, besonders im Zusammenspiel mit dem Software-Ökosystem CUDA.
Begrenzte Kontingente, Vorrang für heimische Chips
Ganz blockiert ist der Import nicht. Mehrere der größten Internetkonzerne Chinas erhielten jeweils etwa 10.000 H200-Chips. Nach Angaben von Insidern sind die Gesamtkontingente für amerikanische KI-Prozessoren auf höchstens 200.000 Stück gedeckelt. Zudem drängt Peking die Unternehmen, für Inferenz, also den Betrieb bereits trainierter KI-Modelle, vorrangig chinesische Prozessoren zu nutzen.
Das Industrieministerium und die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission reagierten nicht auf Anfragen. Auch Nvidia, Alibaba, ByteDance, DeepSeek und Tencent äußerten sich nicht.
Preise auf dem Graumarkt explodieren
Seit 2022 gelten US-Exportkontrollen, die Chinas Zugang zu modernen Nvidia-Chips und zur nötigen Fertigungstechnik einschränken sollen. Käufer weichen auf Zwischenhändler und Umwege aus, was die Preise auf dem inoffiziellen Markt treibt.
Ende Oktober 2026 kostete ein Standardserver mit acht H200-Beschleunigern auf dem Festland 6 Millionen Yuan (etwa 900.000 US-Dollar), dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Server mit Nvidias neuesten Blackwell-Chips, die unter die US-Exportkontrolle fallen, wurden für mehr als 20 Millionen Yuan (rund 2,8 Millionen Dollar) angeboten.
Um die strengen Limits für Top-Beschleuniger zu umgehen, kaufen chinesische Konzerne zunehmend leistungsschwächere Produkte, die formal den US-Exportvorgaben entsprechen. ByteDance, Alibaba und Tencent bestellten demnach mehr als 3 Millionen Nvidia RTX Pro 5500 – ein Auftrag von über 35 Milliarden Dollar.
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