Mydepo startet KI-Dolmetscher LiveSync auf Konferenz in Chile
Das koreanische Unternehmen Mydepo hat den KI-Echtzeitdolmetscher LiveSync vorgestellt und damit eine dreitägige Fachkonferenz in Santiago de Chile übersetzt.

Das koreanische Unternehmen Mydepo hat mit LiveSync einen KI-Dienst für Echtzeitübersetzung gestartet und ihn gleich auf einer internationalen Konferenz eingesetzt: der CIKI–ICKM–GFIC 2026 in Santiago de Chile. Das teilte die Firma am 4. November mit.
Die Konferenz fand vom 28. bis 30. Oktober statt und vereinte drei internationale Tagungen zu Wissensmanagement, Innovation und intellektuellem Kapital. Gastgeber war die Universidad de Santiago de Chile (USACH). Forschende aus Kanada, den USA, Mexiko, Brasilien und Chile trugen auf Englisch, Spanisch und Portugiesisch vor.
Untertitel auf jedem Smartphone
Bei mehrsprachigen Kongressen sind normalerweise Dolmetscher, Kabinen und Empfänger für jede Sprache nötig. LiveSync schreibt stattdessen die Stimme der Vortragenden in Echtzeit mit und übersetzt sie. Teilnehmende scannen einen QR-Code oder öffnen einen Link und lesen die Untertitel in der gewünschten Sprache auf dem eigenen Handy. Mydepo übersetzte neun Plenarsitzungen mit insgesamt rund 17 Stunden, darunter Eröffnung, Keynotes, Podien und Roundtables. In einer Podiumsdiskussion führte der Moderator das Gespräch in drei Sprachen, ohne sich auf eine zu einigen.
Firmenchef Ryu Seung-hoon begann seinen Vortrag in der KI-Sitzung am 29. Oktober auf Koreanisch, das Publikum folgte per Handy-Untertitel. Laut eigener Auswertung des Unternehmens macht LiveSync bei der Übersetzung vom Koreanischen ins Spanische bis zu 86 Prozent weniger Fehler als große globale KI-Dolmetschdienste.
Durchsuchbares Protokoll
Nach der Veranstaltung erstellte Mydepo aus den Mitschriften eine Dokumentationsseite. Eine KI extrahierte zentrale Aussagen, Personen, Institutionen und Konzepte und glich jedes Zitat mit dem Transkript ab; nur bestätigte Zitate blieben übrig. Das ergab 1.747 Zitate, ein Schutz davor, dass die KI Aussagen erfindet. Per Klick lässt sich die Originalaufnahme anhören und das Zitat im wissenschaftlichen Format kopieren. Die Seite gibt es auf Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Koreanisch.
Laut Unternehmen gibt es Anfragen, unter anderem von einer brasilianischen Universität, die die nächste Konferenz vorbereitet. Im Dezember nimmt Mydepo zudem an einer Smart-City-Roadshow Korea–Lateinamerika in Buenos Aires teil.
„Die Verdolmetschung verschwindet, wenn die Veranstaltung endet, doch das Gesagte bleibt für Forschende wichtig“, sagte Ryu. Mydepo wurde ins Förderprogramm TIPS aufgenommen, wird vom Accelerator Kryptos unterstützt, betreibt den Vibe-Coding-Arbeitsbereich thread0 und hat Gesellschaften in den USA und Chile.
Apps, die sich lohnen
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