Merz: Google-Cloud für Nachrichtendienste souverän genug
Beim Digitalgipfel in Berlin schwärmte der Kanzler von den Chancen der KI und hält die Google-Cloud für Nachrichtendienste für ausreichend souverän.

Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Cloud von Google für ausreichend souverän, um sie auch durch die deutschen Nachrichtendienste nutzen zu lassen. Das sagte er beim Digitalgipfel in Berlin, wo er zugleich große Begeisterung für die Chancen der Künstlichen Intelligenz zeigte.
Damit stellt der Kanzler US-Clouddiensten faktisch einen Blankoscheck aus. Kritiker dürften die Aussage so lesen, denn die Frage, wie viele staatliche Daten bei nicht europäischen Unternehmen liegen sollten, ist in Deutschland und Europa seit Langem umstritten.
Souveränität im Streit
Digitale Souveränität ist ein Kernthema des Gipfels. Nachrichtendienste gehören zu den sensibelsten Nutzern von IT-Infrastruktur, weshalb die Einschätzung des Regierungschefs besonderes Gewicht hat. Hält der Kanzler eine Google-Cloud für solche Behörden für geeignet, dürften sich Ministerien und Ämter mit geringerem Schutzbedarf kaum an strengeren Maßstäben messen lassen müssen.
Zugleich zeigt der Auftritt, wo die Regierung Prioritäten setzt. Die Betonung der KI-Chancen legt nahe, dass der Zugang zu leistungsfähiger, skalierbarer Rechenleistung für Merz schwerer wiegt als eine strikte Bevorzugung europäischer Anbieter.
Was das bedeutet
Für deutsche und europäische Cloud-Anbieter, die auf souveräne Alternativen pochen, ist das Signal wenig ermutigend. Für öffentliche Auftraggeber kann es hingegen politische Rückendeckung sein, weiter auf US-Hyperscaler zu setzen.
Welche konkreten Anforderungen oder technischen Schutzmaßnahmen für eine solche Nutzung gelten sollen, ging aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Ob die Regierung präzisiert, was „ausreichend souverän“ heißt, dürfte mitbestimmen, wie stark die Aussage künftige Beschaffungsentscheidungen prägt.
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