Marvell übernimmt Lumentum für 115 Milliarden Dollar
Der Chipentwickler Marvell kauft den Optikspezialisten Lumentum in einem reinen Aktiendeal über 115 Milliarden Dollar inklusive Schulden, um KI-Rechenzentren zu vernetzen.

Der Chipentwickler Marvell hat sich mit Lumentum, einem Hersteller optischer Chips und Netzwerkausrüstung, auf eine Übernahme geeinigt. Der Kauf erfolgt komplett in Aktien und bewertet das Unternehmen inklusive Schulden mit 115 Milliarden Dollar. Er zählt damit zu den größten Übernahmen der Technologiebranche.
Für jede Lumentum-Aktie gibt Marvell 4,5 eigene Aktien aus. Der Eigenkapitalwert der Transaktion liegt bei rund 80 Milliarden Dollar.
Wette auf KI-Konnektivität
Hintergrund ist der steigende Bedarf an Anbindung und Datenübertragungskapazität in KI-Rechenzentren. Marvell will die optischen Technologien von Lumentum mit eigenen Chips und Netzwerklösungen verbinden und so seine Position in der KI-Infrastruktur stärken.
Nach Unternehmensangaben soll ein Portfolio entstehen, das von den Chips bis zum Rechenzentrum reicht. Marvell strebt an, bei Verbindungstechnik für KI zu den führenden Anbietern zu gehören.
Die Rolle von Nvidia
Nvidia ist an beiden Unternehmen beteiligt. Im März investierte der Konzern jeweils 2 Milliarden Dollar in Marvell und Lumentum. Die Investition in Lumentum erfolgte im Rahmen einer mehrjährigen Vereinbarung über die Lieferung fortschrittlicher Laserkomponenten und soll Forschung und Entwicklung sowie den Ausbau der Fertigungskapazität unterstützen. Das Geld für Marvell soll das Portfolio bei optischen Netzwerken und Chips stärken.
Wie es weitergeht
Die Transaktion benötigt noch die Zustimmung der Aktionäre beider Unternehmen sowie der Aufsichtsbehörden. Wird sie erteilt, soll der Abschluss in der ersten Hälfte des Jahres 2028 erfolgen.
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