Jasper Sleet: Nordkoreanische Gruppe nutzt KI für falsche Bewerber
Laut Microsoft setzt die nordkoreanische Gruppe Jasper Sleet generative KI ein, um falsche Identitäten zu erfinden, Interviews vorzubereiten und Remote-Jobs zu ergattern.

Angreifer mit Verbindungen nach Nordkorea setzen verstärkt generative KI ein, um Identitäten zu fälschen und bei Unternehmen angestellt zu werden. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die Microsoft am 29. Oktober veröffentlicht hat.
Microsoft nennt die Gruppe Jasper Sleet. Sie verschafft sich mit falschen Identitäten Remote-Stellen in Unternehmen. Dem Bericht zufolge lässt sie KI Stellenanzeigen, etwa für Softwareentwickler, auswerten, um die gefragten Fähigkeiten zu ermitteln. Anschließend wird der Lebenslauf einer erfundenen Person passgenau darauf zugeschnitten.
KI in jeder Phase der Bewerbung
Laut Microsoft nutzt die Gruppe KI außerdem, um natürlich klingende Antworten für Vorstellungsgespräche vorzubereiten und bei Programmieraufgaben zu helfen. Auch bei der Kommunikation in Fremdsprachen kommt KI zum Einsatz: Übersetzte Texte werden im Ausdruck angepasst, damit sie weniger auffallen.
Ein weiterer Microsoft-Bericht vom März beschrieb, dass Jasper Sleet dasselbe Foto leicht verändert für die Lebensläufe mehrerer erfundener Personen wiederverwendete. In Online-Gesprächen soll die Gruppe zudem Software zur Stimmveränderung eingesetzt haben, um sogar den Akzent zu verbergen.
Die eigentliche Arbeit erledigt weiterhin ein Mensch, doch bei E-Mails und technischen Aufgaben hilft KI, sodass mehrere falsche Identitäten parallel betrieben werden können. Für Unternehmen bedeutet das: Ein scheinbar kompetenter Mitarbeiter kann in Wahrheit ein Fake sein, der nach der Einstellung Zugang zu internen Systemen und Geschäftsinformationen erhält.
Empfehlungen von Microsoft
Arbeitgeber sollten Lebensläufe auf Widersprüche bei Namen, Adressen und Beschäftigungszeiten prüfen. Außerdem raten die Fachleute zu kontrollieren, ob Social-Media-Profile von Bewerbern denen anderer Personen stark ähneln und ob dieselbe Telefonnummer mehrfach auftaucht.
Zudem empfiehlt Microsoft, es nicht bei einem einzigen Online-Interview zu belassen. Mehrere Videogespräche sollten bestätigen, dass tatsächlich der Bewerber selbst vor der Kamera sitzt.
Da Lebenslauf, Foto und Stimme per KI manipuliert werden können, reicht ein einzelner Blick ins Gesicht des Kandidaten nicht mehr aus, um dessen Identität zu sichern.
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