iPhone-Spyware: Apple warnt Nutzer in 99 Ländern, auch Deutschland
Apple hat am 29. Oktober neue Warnungen vor Söldner-Spyware verschickt. In Deutschland rät das BSI Abgeordneten und Regierungsmitgliedern, betroffene iPhones als kompromittiert zu betrachten.

Apple hat eine neue Welle von Bedrohungsbenachrichtigungen an iPhone-Nutzer in 99 Ländern verschickt, darunter Deutschland und Frankreich. Laut Apple wurden die Empfänger von sogenannter Söldner-Spyware ins Visier genommen. Dabei handelt es sich um teure Überwachungswerkzeuge, die üblicherweise an Regierungen verkauft werden. Die Warnungen gingen am 29. Oktober raus.
Politische Dimension in Deutschland
In Deutschland hat der Fall eine politische Note. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informierte Mitglieder des Bundestags und der Bundesregierung, dass ihre iPhones möglicherweise angegriffen wurden. Digitalminister Karsten Wildberger sprach vorerst von „reiner Spekulation“, man müsse abwarten, worum es konkret gehe. Es sei aber etwas, das die Regierung sehr beschäftige.
Vorsorglich empfiehlt das BSI den Betroffenen, ihr Gerät als kompromittiert anzusehen, es auszumustern und darauf keine sensible Kommunikation zu führen. Diese Art von Spyware kann Nachrichten lesen, auch in verschlüsselten Messengern, und auf Anrufe, Kontakte, Kalender und Standort zugreifen. Sogar Mikrofon und Kamera lassen sich aktivieren.
Auch das französische CERT-FR bestätigte die Benachrichtigungen und bat Empfänger, sich umgehend zu melden. Nach seiner Zählung ist es die dritte Warnwelle 2026 nach dem 26. Februar und dem 13. August.
Was die Benachrichtigung bedeutet
Wie viele Personen betroffen sind, nennt Apple nicht. Seit dem Start des Systems 2021 nach dem Pegasus-Skandal habe man Nutzer in mehr als 150 Ländern gewarnt. Eine Benachrichtigung heißt nicht zwingend, dass ein iPhone gehackt wurde. Laut CERT-FR wurde mindestens ein mit der iCloud-Kennung verbundenes Gerät angegriffen und könnte kompromittiert sein. Zwischen Angriffsversuch und Warnung können Monate liegen.
Apple betont die „extremen Kosten, die Raffinesse und die globale Reichweite“ solcher Angriffe und kann sie derzeit keinem Urheber zuordnen. Ziele sind meist Journalisten, Anwälte, Aktivisten, Politiker, hochrangige Beamte und Firmenchefs, nicht der Durchschnittsnutzer.
Betroffene sollten den Blockierungsmodus aktivieren, der Funktionen wie iMessage und FaceTime einschränkt. Den besten Schutz bieten zeitnahe iOS-Updates, die die ausgenutzten Sicherheitslücken schließen.
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