Google sperrt Videostrong: Backdoor auf 1,3 Mio. Android-Geräten
Google wirft dem chinesischen Hersteller Videostrong vor, die Backdoor x.cpe auf über 1,3 Millionen Android-TV-Geräten vorinstalliert und Zugriff an Kriminelle verkauft zu haben.

Google hat am 3. November bekannt gegeben, dass ein chinesischer Gerätehersteller auf mehr als 1,3 Millionen Android-Geräten ab Werk eine Fernzugriffs-Backdoor installiert und den Zugang an Kriminelle verkauft hat. Betroffen sind vor allem Android-TV-Set-Top-Boxen. Google hat die Geschäftsbeziehung mit dem Hersteller beendet, dem OEM/ODM-Anbieter Videostrong Technology aus Shenzhen.
Nach Googles Einschätzung hat Videostrong die Schadsoftware vorsätzlich aus finanziellen Motiven eingebaut. Das Unternehmen darf keine Google-zertifizierten Android-Geräte mehr herstellen oder verkaufen und auch keine Software an andere zertifizierte Hersteller liefern.
So funktionierte die Backdoor x.cpe
Die Malware x.cpe war schon bei Auslieferung auf den Geräten und diente dem Aufbau des Botnetzes XCPE. Um die Sicherheitstests der Google-Zertifizierung zu umgehen, lud sie schädlichen Code erst nach dem ersten Start des Geräts nach. Entfernten Nutzer die Software, installierte sie sich beim Neustart erneut; zudem konnte sie Google Play Protect deaktivieren.
Laut Googles Untersuchung konnten Angreifer aus der Ferne Bildschirmaufnahmen erstellen, Tastatureingaben einspeisen sowie Kontodaten und Systemprotokolle nach außen senden. Videostrong verkaufte den Zugang an externe Akteure, die eigene Schadsoftware auf die infizierten Geräte brachten.
Am häufigsten wurden die Geräte als sogenannte Residential Proxys missbraucht: Fremder Datenverkehr läuft dabei unbemerkt über den Heimanschluss der Nutzer. Auf einem Gerät fanden sich bis zu drei Proxy-Programme. Hinzu kamen Werbebetrug mit aufgeblähten Abrufzahlen und nachinstallierte weitere Schadsoftware.
Zerschlagung und Folgen
In der letzten Oktoberwoche störte Google gemeinsam mit Japans Nationaler Polizeibehörde, Lumen, HUMAN Security, Plume, Synthient und TrendAI, der KI-Sicherheitsmarke von Trend Micro, den Betrieb von XCPE. Server und Domains für Steuerung und Verteilung wurden ins Visier genommen, gegen Domains der nachgeladenen Malware gab es rechtliche Schritte.
Da sich diese Schadsoftware auch über andere Wege verbreitet, rechnet Google damit, den Zugriff der Angreifer auf mindestens 10 Millionen weitere Geräte zu unterbinden.
Um Wiederholungen zu verhindern, überarbeitet Google sein Prüfverfahren und verstärkt die Kontrolle der Firmware zertifizierter Android-TV-Geräte auf Schadcode.
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