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GMO Internet räumt nach VPS-Angriff Lücken bei Risikoanalyse ein

Auf einer Pressekonferenz am 2. November räumte GMO Internet Mängel in der Risikoanalyse nach einer Warnung von 2024 ein. Gruppenchef Kumagai lehnte einen Rücktritt ab.

GMO Internet Group executives seated at a press conference table facing reporters in Tokyo.
Bild: ITmedia NEWS

GMO Internet Group hat auf einer Pressekonferenz am 2. November eine „unzureichende Risikoanalyse“ eingeräumt. Anlass ist der unbefugte Zugriff auf den VPS-Dienst „Onamae.com Desktop Cloud“ für automatisierten FX-Handel. Journalisten wollten vor allem wissen, warum eine 2024 gemeldete Schwachstelle nicht umfassend behoben wurde.

Den Hinweis hatte die Konzerntochter GMO Cybersecurity by Ierae gegeben. GMO Internet führte damals vier Notfallwartungen durch, die jedoch keine grundlegende Lösung brachten. Vizepräsident Hiroshi Yamashita nannte keine konkrete Ursache und verwies auf eine spätere Untersuchung. Man habe den stabilen Betrieb und andere Schwachstellen priorisiert, dabei habe es an der Risikoanalyse gefehlt.

Wer wusste Bescheid?

Auf die Frage, ob Kosten und Geschäftskontinuität Vorrang hatten, sagte Konzernchef Masatoshi Kumagai, er habe in 31 Jahren nie von „Gewinn machen“ gesprochen; Maßstab sei das Lächeln der Kunden. Präsident Tadashi Ito und Yamashita hätten die Warnung von 2024 gekannt, ihm sei sie nicht gemeldet worden. Er habe erst durch diesen Vorfall davon erfahren.

Zur Frage, ob Ierae intern zu wenig Gewicht hatte, räumte Kumagai ein, ein neu hinzugekommenes Unternehmen finde schwer Gehör und gewinne mit wachsendem Vertrauen an Einfluss. Inzwischen setze sich dessen Meinung durch.

Die Behauptung einer mutmaßlichen Angreiferperson, sie habe die Meldestelle für Schwachstellen mehrfach vergeblich kontaktiert, wies Kumagai zurück: Solche Meldungen seien nicht eingegangen, es handle sich um eine Lüge, die dem Ruf schaden solle. Wer eine Meldung ignoriert hätte, wäre entlassen worden.

Social Media und Rücktritt

Kumagai hatte auf X eine mögliche Beteiligung Nordkoreas angedeutet; das sei seine persönliche Ansicht, keine offizielle Position der Gruppe. Lächelnde Fotos während der Krise erklärte er mit dem Ziel, Angreifer abzuschrecken, und entschuldigte sich. Nach einem Resümee-Beitrag zur Pressekonferenz will er eine Zeit lang nicht posten, außer der Angreifer wird wieder aktiv.

Einen Rücktritt lehnte er ab: Er könne nicht sterben, solange das Internet von Bosheit verseucht sei. Ob er gehe, wenn Kunden wieder lächeln, ließ er offen. Der Regierung von Sanae Takaichi will er sein Konzept „Cyber Aegis“ vorstellen, das bösartige IP-Adressen erkennen und Netzbetreiber zur Sperrung auffordern soll. Hürden wie das Kommunikationsgeheimnis räumte er ein.

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