FEC-Meldesystem nach Cyberangriffsversuch vom Netz genommen
Die US-Wahlkommission FEC hat ihr elektronisches Meldesystem nach einem versuchten Hackerangriff abgeschaltet – eine Woche vor den Zwischenwahlen.

Die US-Bundeswahlkommission FEC hat ihr elektronisches Meldesystem nach einem versuchten Cyberangriff vom Netz genommen. Das geht aus einer internen E-Mail an Compliance-Firmen hervor. Der Ausfall trifft die Behörde eine Woche vor den Zwischenwahlen am 3. November und verhindert vorerst, dass politische Gruppen ihre Wahlkampffinanzberichte einreichen.
Laut der E-Mail teilte ein zuständiger Mitarbeiter der FEC mehreren Firmen am Montagabend mit, eine unbefugte Partei versuche, in die Systeme der Behörde einzudringen. Die FEC schaltete daraufhin ihre aus dem Internet erreichbaren Dienste ab. Die Statusseite nennt als Beginn der Störung etwa 22 Uhr Ostküstenzeit am Montag. Am Dienstag erklärte ein Sprecher, das System bleibe offline, während die IT-Abteilung an der Wiederherstellung arbeite.
Die FEC hat weder bestätigt, dass es einen Hackerversuch gab, noch gesagt, ob Daten abgerufen wurden. Einen Zeitplan für die Wiederherstellung nennt sie nicht. Bereits eingereichte Berichte lassen sich auf der FEC-Website weiterhin durchsuchen. Die Cybersicherheitsbehörde CISA verwies Fragen an die FEC, das FBI reagierte zunächst nicht.
Was auf dem Spiel steht
Die Wahl selbst bleibt unberührt, denn US-Wahlen organisieren die Bundesstaaten und Kommunen, nicht die FEC. Betroffen ist aber das System, über das Gruppen in der Schlussphase des Wahlkampfs Ausgaben offenlegen. Kampagnen und Komitees müssen bestimmte Berichte innerhalb von 24 oder 48 Stunden nach Ausgaben oder Spenden einreichen. So können Wähler und Forscher nachvollziehen, wohin das Geld fließt.
„Das habe ich in 26 Jahren noch nie erlebt“, sagte Steven Mele, Präsident der Compliance-Firma MBA Consulting Group. Brendan Glavin von der Transparenzorganisation OpenSecrets erklärte, der Ausfall erschwere es, nachzuverfolgen, wer wo Geld ausgibt.
Der Zeitpunkt ist heikel: Laut dem Werbe-Tracker AdImpact belaufen sich Ausgaben und Reservierungen für politische Werbung 2026 auf rund 11,21 Milliarden US-Dollar – mehr als die 11,2 Milliarden im gesamten Zyklus 2024. Super PACs und Gruppen, die ihre Geldgeber nicht vollständig offenlegen, gaben laut OpenSecrets zuletzt im Schnitt mehr als 50 Millionen Dollar pro Tag aus.
Die CISA, die bei solchen Vorfällen normalerweise unterstützt, soll nach dem Haushaltsplan des Weißen Hauses für 2027 rund 700 Millionen Dollar weniger erhalten.
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