Ericsson ISAC System: 5G-Basisstationen orten Drohnen
Ericsson stellt mit ISAC System eine Lösung vor, die 5G-Basisstationen zur Erkennung und Verfolgung tief fliegender Drohnen nutzt. Erste Piloten starten 2027.

Ericsson hat das ISAC System vorgestellt, das bestehende 5G-Netze zur Erkennung und Verfolgung von Drohnen nutzt, auch wenn diese mit keinem Netz verbunden sind. Grundlage ist die Technik Integrated Sensing and Communication (ISAC), gedacht für kleine Objekte in geringer Flughöhe.
Solche Drohnen gelten zunehmend als Risiko für kritische Infrastruktur, strategisch wichtige Anlagen und die öffentliche Sicherheit. Wegen ihrer geringen Größe und ihres Flugverhaltens sind sie für klassische Radarsysteme auf großen Flächen schwer zu erfassen. Ericsson setzt deshalb auf Infrastruktur, die Netzbetreiber bereits haben: Basisstationen, Masten, Backhaul-Verbindungen und verfügbare Frequenzen.
So funktioniert das System
Das System wertet Reflexionen von Funksignalen an Objekten aus. Mehrere voneinander entfernte Basisstationen senden und empfangen gleichzeitig. So lässt sich eine Drohne aus verschiedenen Richtungen beobachten, ihre Position dreidimensional bestimmen und ihre Bewegung weiterverfolgen. Künstliche Intelligenz hilft bei der Klassifizierung der erkannten Objekte.
In Tests erkannte und verfolgte das System selbst kleine Drohnen aus mehreren Kilometern Entfernung; Ericsson bestätigt zudem eine präzise 3D-Ortung. Die Leistung hängt unter anderem von Objektgröße, Flugroute, Gelände und Anordnung der Basisstationen ab.
Getestet wurde in laufenden 5G-Netzen: in Arlington (Texas) mit AT&T und in Helsinki mit dem finnischen Unternehmen Erillisverkot. In Polen zeigten Ericsson, Play und Asseco ISAC im Zusammenspiel mit dem Mobilfunknetz von Play und dem akustischen Erkennungssystem PUSZCZYK, um tief fliegende Drohnen genauer zu orten.
Einführung und Grenzen
Einsatzfelder sind laut Ericsson der Schutz von Grenzen, Häfen und Kraftwerken sowie Unterstützung für öffentliche Sicherheit, Verkehr und Industrie. Später könnte die Technik den Drohnenverkehr über Städten steuern helfen. Radare und Spezialsensoren sollen Mobilfunknetze nicht ersetzen, sondern ergänzen; die Daten sollen an berechtigte Sicherheits- und Managementsysteme gehen.
Die kommerzielle Einführung erfolgt in Etappen. 2027 starten kleine Piloten bei ausgewählten Kunden, zunächst nur mit Objekterkennung. Breitere Rollouts sind ab 2028 geplant, Kommunikationsfunktionen folgen mit dem Weg zu 6G.
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