Electrum-Wallet: Sicherheitslücke ließ Bitcoin per RBF stehlen
Eine Lücke in Electrum erlaubte manipulierten Servern, gefälschte Transaktionen unterzuschieben und Bitcoin zu stehlen. Version 4.8.3 prüft nun Signaturen.

Die Bitcoin-Wallet Electrum, eine der ältesten Software-Wallets, hat eine Sicherheitslücke offengelegt: Bösartige Server konnten Nutzer dazu bringen, Zahlungen an Angreifer zu signieren, wenn sie eine Transaktion beschleunigen wollten. Die Entwickler bestätigten mindestens einen Fall, in dem Geld gestohlen wurde, und erklärten, einige Server nutzten die Schwachstelle bereits aus.
So funktionierte der Angriff
Anders als ein vollständiger Bitcoin-Node verlässt sich Electrum auf externe Server, um Transaktionsverläufe abzurufen und Zahlungen zu verbreiten. Vor dem Update vertraute die Wallet diesen Servern bei unbestätigten Transaktionen, ohne deren Signaturen zu prüfen.
Ein Angreifer mit einem eigenen Server konnte eine Zahlung abfangen, bevor sie das Netzwerk erreichte, und sie im Verlauf der Wallet durch eine gefälschte ersetzen. Diese schickte die Coins des Nutzers an eine Adresse des Angreifers und trug ungültige Signaturen, die Electrum nicht erkannte. Die Wallet zeigte sie als ausstehend an.
Die Falle schnappte zu, wenn Nutzer Replace-by-Fee wählten, also die Bitcoin-Funktion, mit der unbestätigte Transaktionen durch Versionen mit höherer Gebühr ersetzt werden. Electrum konnte die betrügerische Transaktion übernehmen und einen gültigen Ersatz signieren, der die Coins an den Angreifer sendete. In einem Fall trug die Fälschung gar keine Gebühr und wirkte deshalb hängengeblieben. Zudem erzeugten Angreifer Empfangsadressen, deren letzte vier Zeichen mit dem echten Ziel übereinstimmten, sodass ein kurzer Blick kaum auffiel.
Meldungen und Korrektur
Die Entwickler erhielten im Oktober zwei Meldungen. Die erste vom 11. Oktober betraf eine Multisig-Wallet (zwei von drei) mit zwei Trezor-Geräten; der Nutzer hatte die echte Zahlung auf beiden geprüft, bemerkte später aber eine andere ausgehende Transaktion und meldete keinen Verlust. Am 18. Oktober berichtete ein zweiter Nutzer, er habe die Gebühr einer untergeschobenen Transaktion erhöht und Geld verloren. Die Höhe des Schadens und die betroffenen Server nannten die Entwickler nicht.
Electrum 4.8.3, veröffentlicht am 24. Oktober, ergänzt Signaturprüfungen für unbestätigte Transaktionen, die Coins aus der eigenen Wallet ausgeben. Ältere Versionen bleiben bei Verbindung zu bösartigen Servern angreifbar.
Nutzer sollten aktualisieren und Empfangsadressen sowie Beträge vor dem Signieren sorgfältig prüfen. Wer nur Servern vertraut, auch dem eigenen, war nicht betroffen.
Mehr von diesem Tag
Alle anzeigen →
Samsung Galaxy Buds On: Erste Clip-Ohrhörer starten in Korea

NVIDIA RTX Spark: Chance für Qualcomm Snapdragon?

Keystone: Website-Hack legt Adressen von Wallet-Käufern offen



