Dropbox übernimmt Tigris Data für 350 Millionen Dollar
Dropbox kauft den Cloud-Speicheranbieter Tigris Data für 350 Millionen Dollar. Es ist die größte Übernahme der Firmengeschichte und stärkt die KI-Infrastruktur.

Dropbox hat sich mit dem Cloud-Speicheranbieter Tigris Data auf eine Übernahme für 350 Millionen Dollar geeinigt. Der Abschluss wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Es wäre die größte Akquisition seit der Gründung von Dropbox im Jahr 2007.
Tigris Data wurde 2021 von ehemaligen Uber-Ingenieuren gegründet. Das Unternehmen entwickelt eine Speicherinfrastruktur, mit der Firmen Daten in verschiedenen Regionen ablegen und schnell darauf zugreifen können. Die Technik platziert Daten nahe bei den Nutzern und Rechenressourcen, die sie brauchen, und soll so Zugriffszeiten verkürzen und die Leistung steigern. Zudem ist sie für Anwendungen ausgelegt, die bei mehreren Cloud-Anbietern laufen.
Grundlage für DBX Agent Cloud
Im Mittelpunkt steht die neue Plattform DBX Agent Cloud. Dropbox will über Dateispeicherung und -freigabe hinausgehen und Infrastruktur anbieten, mit der Unternehmen KI-Anwendungen und KI-Agenten entwickeln können.
Zum Start bietet DBX Agent Cloud einen eigenständigen Objektspeicher. Firmen können den Speicherplatz unabhängig von anderen Dropbox-Produkten kaufen und mit bestehenden Anwendungen und Werkzeugen nutzen, die mit Amazon S3 kompatibel sind. Später sollen Funktionen für KI-Systeme hinzukommen, die mit Dokumenten, Bildern, Audio und Video arbeiten. Zudem entwickelt Dropbox Dateisystemfunktionen, die KI-Agenten beim Verwalten von Dateien helfen und den Kontext über Aufgaben und Sitzungen hinweg erhalten. Technologie, Team und Kontakte von Tigris zu KI-Entwicklern sollen den Einstieg beschleunigen.
Finanzierung und KI-Strategie
Laut Crunchbase hat Tigris Data insgesamt rund 31,9 Millionen Dollar eingesammelt. Im Oktober 2025 flossen 25 Millionen Dollar in einer Series A unter Führung von Spark Capital, mit Andreessen Horowitz und Basis Set Ventures. General Catalyst zählt zu den früheren Investoren.
Dropbox baut zugleich KI in das bestehende Produkt ein. Nutzer sollen zwischen verschiedenen KI-Modellen wählen und ihre Inhalte mit Werkzeugen wie ChatGPT, Claude und Muse verwenden können. Laut Dropbox erreicht dieses Angebot bereits mehr als 70.000 Teams.
Tigris reiht sich in frühere KI-Zukäufe wie Reclaim.ai, Promoted.ai und Mobius Labs ein. Der Deal zeigt, dass Dropbox seine KI-Strategie von Endnutzerfunktionen auf Infrastruktur für Entwickler und Unternehmen ausweitet.
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