Dropbox kauft Tigris Data für 350 Mio. Dollar: Einstieg in KI-Infrastruktur
Dropbox will Tigris Data für 350 Millionen Dollar übernehmen, die größte Akquisition der Firmengeschichte, und startet mit DBX Agent Cloud ins KI-Infrastrukturgeschäft.

Dropbox will Tigris Data für 350 Millionen US-Dollar übernehmen. Das kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Es wäre die größte Übernahme seit der Gründung von Dropbox im Jahr 2007.
Tigris sitzt in Sunnyvale, Kalifornien, und wurde von ehemaligen Uber-Ingenieuren gegründet. Das Start-up baut ein Netz lokaler Speicherzentren auf, das nach eigenen Angaben den verteilten Rechenbedarf moderner KI-Anwendungen decken kann. Dropbox erhielte damit eine Speicherplattform für Entwickler, deren Anwendungen bei mehreren Cloud-Anbietern laufen.
Neuausrichtung der KI-Strategie
Die Ankündigung fällt mit dem zusammen, was Dropbox mit Sitz in San Francisco einen „bedeutenden Wandel“ seiner KI-Strategie nennt: weg vom reinen Speichern und Teilen von Dateien, hin zum Verkauf der Infrastruktur, mit der Firmen KI-Anwendungen bauen. Dazu stellte Dropbox DBX Agent Cloud vor, zunächst ein eigenständiger Objektspeicher für große Datenmengen wie Bilder, Videos und Dateien zum Training und Betrieb von KI-Modellen.
„Tigris vereint ein bereits produktiv laufendes Produkt, ein erfahrenes Team und etablierte Beziehungen zu KI-Entwicklern“, sagte Eric Webster, Chief Business Officer von Dropbox. Das beschleunige den Einstieg in die Infrastruktur für KI-Anwendungen.
Laut Crunchbase-Daten hat Tigris seit 2021 rund 31,9 Millionen Dollar eingesammelt, darunter eine Series A über 25 Millionen Dollar im Oktober 2025 unter Führung von Spark Capital, mit Andreessen Horowitz und Basis Set Ventures. Zu den früheren Geldgebern zählt General Catalyst.
Übernahmehistorie
Crunchbase zählt 35 bekannte Dropbox-Übernahmen, die meisten in den frühen Jahren, darunter 23 zwischen 2012 und 2015. In den Jahren 2024 und 2025 waren es vier, unter anderem Reclaim.ai, Nira, Promoted.ai und Mobius Labs. Zu den größeren früheren Deals zählen HelloSign (230 Millionen Dollar, 2019), DocSend (165 Millionen, 2021) und FormSwift (95 Millionen, 2022).
Bestehenden Kunden bietet Dropbox KI, die Dateien findet, erklärt, erstellt, bearbeitet und ordnet; zudem lassen sich Inhalte in Tools wie ChatGPT und Claude nutzen. Laut Webster erschließt DBX Agent Cloud einen neuen Entwickler- und Infrastrukturmarkt, während KI in Dropbox die Bindung bestehender Kunden stärken soll.
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