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Start-ups·2 Min. Lesezeit

Quantum Diamonds: Münchner Startup spürt Fehler in KI-Chips auf

Das Münchner Startup Quantum Diamonds macht mit synthetischen Diamanten Defekte in Chips sichtbar und investiert 152 Millionen Euro in einen Produktionsstandort.

A quantum diamond microscope inspecting a semiconductor wafer in a laboratory.
Bild: t3n Magazin

Quantum Diamonds aus München will die Qualitätskontrolle in der Halbleiterindustrie verbessern. Das Startup entwickelt Quanten-Diamantmikroskope, die winzige Magnetfelder messen und Defekte im Inneren eines Chips lokalisieren, ohne ihn zu zerstören.

Leistungsfähige KI-Chips bestehen aus zahlreichen übereinanderliegenden Schichten, Fehler im Inneren lassen sich mit herkömmlichen Verfahren kaum erkennen. Das kostet Zeit und Geld und senkt die Ausbeute. Das 2022 von Kevin Berghoff und Fleming Bruckmaier als Spinoff der TU München gegründete Unternehmen nutzt atomare Fehlstellen in synthetischen Diamanten als Sensoren. Vereinfacht gesagt machen sie elektrische Ströme im Chip sichtbar.

Erste Systeme im Industrieeinsatz

Nach Unternehmensangaben wurde das Verfahren mit neun der zehn größten Halbleiterhersteller erprobt, darunter TSMC und Samsung. Seit April 2026 laufen erste Systeme bei Eurofins EAG Laboratories in Kalifornien und Integrated Service Technology (iST) in Taiwan. Die nächste Hürde ist die Skalierung: Bisher prüft die Technik einzelne Chips, künftig sollen ganze Wafer mit Hunderten oder Tausenden Chips schnell und zuverlässig untersucht werden. Gründer Berghoff nennt als Ziel eine vollständige Qualitätskontrolle direkt in der Chipfabrik.

152 Millionen Euro für den Standort München

Quantum Diamonds investiert 152 Millionen Euro in einen Produktionsstandort in München, dessen erster Abschnitt im Juli 2026 eröffnet wurde. Eine Finanzierung über 91 Millionen Euro macht das möglich: 15 Millionen stammen von Investoren wie dem Berliner World Fund, 76 Millionen von Bund und Bayern im Rahmen des European Chips Act. Zwischenzeitlich hatte das Startup einen Umzug in die USA erwogen, wo Arizona mit einem attraktiven Förderangebot lockte und wo TSMC und Intel ausbauen. Mit einer Förderquote von rund 50 Prozent hielten Bund und Bayern das Unternehmen im Land.

World-Fund-Partnerin Daria Saharova sagt, Quantum Diamonds habe das Potenzial, Europas nächstes ASML zu werden. Der Vergleich ist ambitioniert, davon ist das Startup noch weit entfernt.

Teil einer größeren Gründerwelle

Auch andere deutsche Startups setzen bei der Chipindustrie an: Black Semiconductor aus Aachen (optische Chipverbindungen, 228,7 Millionen Euro öffentliche Förderung, 25,7 Millionen von Investoren), FMC aus Dresden (Speichertechnologie, 77 Millionen Euro von Investoren, 23 Millionen Fördermittel) und NextGO Epi aus Berlin (Galliumoxid-Wafer). Nach dem Scheitern der Fabrikprojekte von Intel in Magdeburg und Wolfspeed im Saarland könnten spezialisierte Zulieferer an Bedeutung gewinnen.

Ein Selbstläufer ist das nicht: Chipproduzenten setzen neue Technik erst nach umfangreichen Tests ein und verlangen messbare Vorteile wie weniger Ausschuss, geringere Kosten oder höhere Leistung.

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