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KI·2 Min. Lesezeit

KI-Agent auf Claude-Basis operiert am Gehirn einer lebenden Maus

Das Biotech-Startup Exin Therapeutics meldet: Ein KI-Agent auf Basis von Anthropic Sonnet wählte Gentherapie, Dosis und Hirnregion und steuerte Roboter bei der Injektion.

A robotic surgical rig with manipulator arms positioned over a laboratory mouse during an AI-controlled brain injection experiment.
Bild: 3DNews - Daily Digital Digest

Das Biotech-Startup Exin Therapeutics, das Neurotherapien der nächsten Generation entwickelt, hat nach eigenen Angaben einen Eingriff am Gehirn einer lebenden Maus von einem KI-Agenten durchführen lassen. Der Agent wählte demnach selbstständig den Vektor für die Gentherapie, bestimmte die Dosis und legte die Hirnregion fest. Anschließend steuerte er Roboterarme, die die Injektion ausführten. Die Maus vertrug den Eingriff gut und bewegt sich aktiv in ihrem Glasterrarium.

So lief das Experiment ab

Bei der Maus war zuvor Epilepsie ausgelöst worden. Der Agent auf Basis von Anthropics Modell Sonnet erhielt die Kontrolle über eine robotische Operationsanlage sowie eine Tabelle mit 19 Vektoroptionen für die Gentherapie. Dazu bekam er drei wissenschaftliche Aufsätze, anhand derer er die zu behandelnde Hirnregion auswählte.

Der Mensch blieb eingebunden. Ein approbierter Tierarzt überwachte den Eingriff, und vor jedem irreversiblen Schritt musste er zustimmen. Ein Not-Aus-Schalter konnte alle Antriebe stromlos machen. Die Kraniotomie, also das Öffnen des Schädels, führte der Tierarzt selbst durch, weil man diese Aufgabe aus Sicherheitsgründen noch keinem KI-Agenten überlässt. Einige Schutzmechanismen durften die Agenten nicht umgehen, und auch menschliche Bediener konnten sie nicht aushebeln, sodass der Code des Agenten während der Operation von Hand angepasst werden musste.

CEO Gabriel Ocana-Santero erklärte, es gebe autonome Chirurgieroboter, die mechanisch besser seien als der Laboraufbau, doch dort entscheide stets ein Mensch, welche Operation erfolgt. Diesem Agenten habe niemand gesagt, welches Mittel er nehmen oder wohin er spritzen solle. Ihm sei kein früherer Fall bekannt, in dem ein KI-Agent Therapie und Hirnregion selbst gewählt und einem lebenden Säugetier verabreicht habe.

Warum Sonnet statt Opus

Geplant war das leistungsstärkere Opus 5.5, das die Arbeit aber verweigerte, sobald es ein biologisches Experiment erkannte. Das frühere Opus 5 erstellte zwar einen Operationsplan auf dem Papier, lehnte die Ausführung in Echtzeit jedoch ab. So blieb es beim Mittelklassemodell Sonnet.

Der Erfolg wirft ethische Fragen auf. Sprachmodelle unterstützen die medizinische Forschung, doch beim Einsatz in der Nasennebenhöhlenchirurgie stieg die Zahl der Pannen Berichten zufolge um mehr als das Zwölffache. Offen bleibt die Haftung, falls etwas schiefgeht, ebenso die Debatte um Tierversuche. Dem stehen Menschen gegenüber, die seit Jahrzehnten an medikamentös nicht behandelbarer Epilepsie leiden.

Schlagwörter:anthropicclaudeexin therapeuticsai agentgene therapyrobotics

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