Osegi
KI·2 Min. Lesezeit

Claude Code verweigert Nachbau bestehender Videospiele

Anthropics Claude Code soll laut Nutzern keine veröffentlichten Spiele mehr nachbauen, auch nicht umbenannt. Erste Beschwerden betreffen sogar lizenzierte Projekte.

A developer's screen showing an AI coding assistant refusing a request to recreate a video game.
Bild: 3DNews - Daily Digital Digest

Anthropics Programmierassistent Claude Code hat laut Nutzerberichten eine neue Beschränkung erhalten: Er soll bestehende Videospiele nicht mehr nachbauen, selbst wenn der Entwickler das Projekt umbenennt. Die Anweisung kommt von den Servern des Unternehmens und lässt sich in den Einstellungen nicht abschalten.

Aufgefallen ist die Änderung dem X-Nutzer chasm. Demnach tauchte die Regel etwa am 27. Oktober auf und wird über einen serverseitigen Mechanismus mit der internen Bezeichnung tengu_heron_brook an Claude Code übermittelt. Erlaubt sind originale Spiele, bestehende Genres und eigene Materialien des Nutzers; verboten ist die Reproduktion konkreter veröffentlichter Titel. Auch Umbenennen oder die Darstellung als Eigenentwicklung hebt das Verbot nicht auf.

Hintergrund: KI-Portierungen

Die Regel folgt auf einen Boom bei KI-gestützten Spiele-Portierungen. Aktuelle Anthropic-Modelle können bestehende Spiele binnen weniger Stunden dekompilieren und als Browserversion nachbauen – früher dauerte das Monate. Enthusiasten zeigten solche Projekte etwa für Call of Duty: Black Ops, Halo: CE, Grand Theft Auto: Vice City, Skate 3 und The Simpsons: Hit & Run. Im Oktober veröffentlichte der Entwickler omonkeyzz eine Browserversion von Cyberpunk 2077 für PCs und Android-Geräte, die ohne lizenzierte Originalkopie läuft.

Auch legitime Projekte betroffen

Laut ersten Beschwerden trifft die Sperre auch Vorhaben ohne Urheberrechtsverstoß. Auf der GitHub-Seite des Tools meldete sich ein Vertreter von Conflict Simulations LLC, das im Auftrag von Rechteinhabern digitale Versionen von Militär-Brettspielen entwickelt. Der Code entstehe von Grund auf, das Material liefern die Auftraggeber. Dennoch weigere sich Claude Code weiterzuarbeiten und berufe sich auf das Verbot. Die Ablehnungen begannen demnach, nachdem der Entwickler den Assistenten gefragt hatte, ob die Regel für seine Projekte gelte, hielten in späteren Sitzungen an und betrafen kostenpflichtige Max- und Team-Konten mit Claude Opus 5.5.

Auch Modding steht in Frage. Werkzeuge wie Co-op Anything, das KI-Agenten wie Claude Code nutzt, um Einzelspieler-Titeln einen Koop-Modus zu verpassen, kamen bei Deus Ex, Fallout: New Vegas und Dungeon Keeper zum Einsatz. Ein ausdrückliches Modding-Verbot enthält die veröffentlichte Anweisung allerdings nicht.

Anthropic hat sich bislang nicht offiziell geäußert und nicht erklärt, ob Entwickler Lizenzen nachweisen können. Der Vertreter von Conflict Simulations bat um eine solche Option und eine präzisere Formulierung. Wie streng die Regel bei Portierungen, Mods und kommerziellen Projekten greift, ist offen.

Schlagwörter:anthropicclaude codegame cloningcopyrightai coding

Mehr von diesem Tag

Alle anzeigen →

Mehr aus: KI

Alle anzeigen →