Claude Code: Anthropic stoppt das Klonen von Spielen in Opus 5.5
Anthropic hat Claude Code in Opus 5.5 angepasst, damit es keine fremden Spiele nachbaut. Nutzer berichten, dass auch Reverse Engineering eigenen Codes betroffen ist.

Anthropic geht mit einer Änderung an Claude Code gegen Piraterie vor. Ende vergangener Woche stellten Nutzer fest, dass das KI-Programmierwerkzeug keine bestehenden Spiele mehr klont und bestimmte Reverse-Engineering-Aufgaben nicht mehr ausführt. Ausgelöst wurde das durch eine Anweisung von den Servern des Unternehmens.
Das Unternehmen bestätigte die Anpassung. Anthropic-Mitarbeiter Addy Osmani erklärte, man habe dem Prompt von Claude Code in Opus 5.5 zwei Sätze hinzugefügt, damit das Modell nicht das konkrete Spiel eines anderen nachbaut. Die Nutzung von Claude zur Verletzung geistigen Eigentums verstoße gegen die Nutzungsrichtlinie. Originalspiele, Genre-Spiele und Spiele auf Basis eigener Entwürfe und Assets sollen laut Osmani weiterhin funktionieren.
Nur Opus 5.5 betroffen
Die Sperre gilt offenbar nur für Opus 5.5, nicht für frühere Versionen. Möglicherweise liegt das daran, dass ältere Modelle weniger überzeugende Ergebnisse liefern als das neueste, leistungsstärkste.
Die Entscheidung sorgt bereits für Streit. Viele Antworten auf Osmanis Beitrag weisen darauf hin, dass die betreffenden Spiele nicht Anthropic gehören, und werfen dem Unternehmen Kompetenzanmaßung vor. Anthropic sieht in Piraterie einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen. Zudem ist nachvollziehbar, dass sich das Unternehmen gegen rechtliche Schritte betroffener Studios absichern will.
Kollateralschäden bei legitimen Projekten
Die Sperre beschränkt sich nicht auf urheberrechtlich geschützte Spiele. Nutzer berichten, dass Reverse Engineering in Opus 5.5 nicht mehr funktioniert, selbst bei selbst geschriebenem Code.
Betroffen sein dürften Projekte, in denen Claude Code Alternativen zu Photoshop und anderen Kreativ-Apps ohne Abogebühren entwickelt, sowie Vorhaben, alte Spiele zu dekompilieren und auf Plattformen zu portieren, für die sie nie erschienen sind.
Einige Nutzer arbeiten weiter, indem sie auf Opus 4.8 zurückwechseln. Unklar ist, wie lange das möglich bleibt. Anthropic hat zugesagt, die Sperre zu überprüfen und so anzupassen, dass sie ausgewogen ist und die legitime Nutzung nicht behindert. Die Beschwerden nehmen dennoch zu.
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