Canva baut OpenAI-Partnerschaft aus – kurz nach Brush-Start
Canva erhält breiteren Zugang zu GPT-6 Astra und GPT-5.6 von OpenAI und will die Betriebskosten senken – wenige Tage nach dem eigenen Modell Brush.

Canva vertieft die Zusammenarbeit mit OpenAI und erhält breiteren Zugang zu den Modellen GPT-6 Astra und GPT-5.6. Beide Unternehmen wollen die Modelle wirtschaftlicher im Betrieb machen. Zu Einsparungen oder Kosten wurden keine Angaben gemacht.
Der Schritt folgt nur wenige Tage nach der Veröffentlichung von Brush, dem zweiten hauseigenen KI-Modell des Designanbieters. OpenAI-Technik steckt bereits in Funktionen wie Canva Code, mit dem Nutzer interaktive Designs, Websites und Apps per Beschreibung erstellen.
Kosten als Kernproblem
Die steigenden KI-Kosten zwingen Canva zum Umdenken. Im August sagte Mitgründerin und CEO Melanie Perkins, das Unternehmen habe sich „zu stark auf Frontier-Modelle verlassen". Canva senkte seine Umsatzwachstumsprognose von 30 auf 20 Prozent, weil die Einführung neuer KI-Funktionen sich verzögert habe, während die eigene Technik und die Preise mit der Nachfrage Schritt halten mussten.
Brush gehört zu dieser Strategie. Das Modell bearbeitet bestehende Designs, sodass Nutzer etwa Überschriften in einer Präsentation ändern können, ohne dass die KI die Folien neu erzeugt. Canvas Forscher passten ein vorhandenes Open-Weights-Modell an und trainierten es gezielt auf Designaufgaben. Brush steht Canva-Pro-Abonnenten zur Verfügung und arbeitet bis zu 69 Prozent schneller als der bisherige Design-Agent und 46 Prozent günstiger pro Bearbeitung. Zuvor war im Vormonat Craft angekündigt worden, ein Modell zur Bildgenerierung.
Vier Jahre Zusammenarbeit
Laut KI-Produktchef Danny Wu begann die Kooperation vor vier Jahren, als GPT-3 die Funktion Magic Write antrieb. Nun weitet Canva die interne Nutzung von ChatGPT und Codex aus. „Neueste Modelle wie GPT-6 Astra haben verändert, wie wir unsere eigenen Ziele als Team erreichen", sagte er. In einem internen Test durchforstete Astra mehr als 80 Millionen Zeilen von Canvas Code und schrieb und analysierte über 1.000 Abfragen an das Data Warehouse.
Canva zählt zudem zu den fünf am häufigsten installierten Apps in ChatGPT; laut OpenAI führte das Millionen Menschen zu den Produkten des australischen Unternehmens.
Unabhängig davon berichtete Capital Brief über Stellenstreichungen in Canvas Finanzbereich im Januar, von denen 32 Stellen betroffen waren. Beschäftigte rechnen demnach in diesem Monat mit einer weiteren Entlassungsrunde oder einem Einstellungsstopp. Canva wollte die Spekulationen nicht kommentieren.
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