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Hardware·2 Min. Lesezeit

BlanchTouch: Wände und Schreibtische werden zu AR-Touchflächen

Forscher der Tohoku-Universität haben mit BlanchTouch ein KI-System entwickelt, das AR-Brillen Berührungen auf gewöhnlichen Wänden und Tischen erkennen lässt.

A user wearing an AR headset presses a fingertip against an office wall to control a virtual menu.
Bild: اليوم السابع

Forscher der japanischen Tohoku-Universität haben mit BlanchTouch eine Technik entwickelt, die gewöhnliche Oberflächen wie Wände, Schreibtische und Trennwände in berührungsempfindliche Flächen verwandelt. Auf den Oberflächen selbst sind weder Sensoren noch zusätzliche Geräte nötig. Das System stützt sich auf künstliche Intelligenz und die Kameras, die in Augmented-Reality- und Mixed-Reality-Brillen ohnehin verbaut sind.

BlanchTouch nutzt einen natürlichen Effekt: Drückt eine Fingerspitze auf eine harte Fläche, wird die Haut kurz heller, weil sich der Blutfluss in dem Bereich verändert. Ein KI-Modell wertet die Kamerabilder der Hand aus, erkennt diese Veränderung und wertet den Moment der Berührung als Steuerbefehl.

So funktioniert es

Die Kamera der Brille erfasst Hand und Fingerspitzen, während der Nutzer mit der Umgebung interagiert. Das KI-Modell erkennt den Farbwechsel, ein Handtracking-System bestimmt die Position des Fingers auf der Fläche, und die Bewegung wird zu einem digitalen Befehl für virtuelle Schaltflächen und Menüs. Marker oder Spezialsensoren an Wand oder Tisch sind nicht nötig, ebenso wenig eine vorherige Kalibrierung jeder Fläche.

Die Arbeit soll typische Probleme der AR- und MR-Bedienung lösen. Üblich sind Gesten in der Luft oder separate Controller, und lange erhobene Arme ermüden. Zudem fehlt Luftgesten das physische Gefühl, eine echte Fläche zu berühren. Mit BlanchTouch können Nutzer die Finger auf Tisch oder Wand abstützen, während sie die virtuelle Oberfläche bedienen.

Testergebnisse

Die Forscher prüften das System auf verschiedenen Oberflächen und Materialien. Es erkannte Fingerkontakt mit stabiler Genauigkeit, und die Teilnehmer konnten Aufgaben auf gewöhnlichen Flächen erledigen. Laut der Studie, vorgestellt auf der IEEE Conference on Virtual Reality and 3D User Interfaces 2026, lag der mittlere Fehler bei der Bestimmung der Berührungsposition bei 5,33 Millimetern, die Recall-Rate bei 97,88 Prozent.

Einsatzmöglichkeiten sehen die Forscher in Büros, Klassenzimmern und Arbeitsumgebungen, wo Flächen in der Nähe virtuelle Tastaturen und Menüs steuern und klassische Controller entbehrlich machen könnten. Das heißt aber nicht, dass sich ein gewöhnlicher Bildschirm per App-Installation in einen Touchscreen verwandelt: Derzeit braucht es eine AR- oder MR-Brille mit Handtracking-Kameras.

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Schlagwörter:tohoku universityblanchtouchaugmented realitymixed realityieee vr 2026hand tracking

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