Binance legt Details zum Hack über 6,34 Mrd. Dollar offen
Binance zufolge bereiteten Hacker den Angriff monatelang vor – mit gefälschtem Homebrew und einem Schein-Vorstellungsgespräch. Das FBI sieht Nordkorea in der Verantwortung.

Binance hat erste Details zur Cyberattacke veröffentlicht, die die Börse in der Nacht zum 30. Oktober 2026 gemeldet hatte. Die Auswirkungen beziffert das Unternehmen auf rund 6,34 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben der Börse war der Angriff „mehrstufig“, wurde über Monate vorbereitet und kombinierte verschiedene Methoden.
Binance hatte zunächst von einem „möglichen Sicherheitsproblem“ gesprochen und erklärt, die Verluste aus eigenen Mitteln auszugleichen. Die Vermögenswerte der Nutzer seien sicher. Die Untersuchung läuft weiter, ihre Ergebnisse sollen noch unabhängig überprüft werden.
Wie die Angreifer vorgingen
Der erste Schritt erfolgte laut Binance im Juni 2026: Ein Ingenieur lud einen gefälschten Paketmanager Homebrew herunter, um ein „beliebtes KI-Programmierwerkzeug“ zu installieren. Das Sicherheitsteam bemerkte eine Anomalie, tauschte das Gerät aus und erneuerte die zugehörigen Zugangsdaten. Die Angreifer kannten da aber bereits die Position des Mitarbeiters und seiner Kollegen.
Im September ließ sich ein weiterer Entwickler auf ein Schein-Vorstellungsgespräch ein. Nach zwei Online-Interviews baten die Täter ihn, eine „Aufgabe“ auf seinen Arbeitsrechner zu laden – sie enthielt Schadcode. Außerdem verwischten die Angreifer ihre Spuren. In diesem Jahr hat das Sicherheitsteam nach eigenen Angaben 57 mutmaßlich nordkoreanische Cyberbedrohungen abgewehrt.
Die letzte Phase
Am 20. Oktober nutzten die Hacker den kompromittierten Rechner und ein internes KI-Werkzeug, um an die Daten zweier Mitarbeiter zu gelangen; einer von ihnen verfügte über die nötigen Rechte. Am Abend des 29. Oktober verbanden sie sich mit einem Gerät, setzten die gestohlenen Zugangsdaten ein und führten ein Schadskript aus.
Am 31. Oktober erklärte das FBI, Nordkorea trage die Verantwortung. Pjöngjang wies die Vorwürfe als „absurde Rhetorik“ zurück.
Der Fall zeigt, wie eine geduldige Social-Engineering-Kampagne gegen einzelne Entwickler – mit gefälscher Software und falschen Bewerbungsgesprächen – bei einer großen Börse zu Verlusten dieser Größenordnung führen kann. Wann die unabhängige Prüfung abgeschlossen ist, nannte Binance nicht.
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