Binance-Hack über 6,3 Mrd. Dollar begann mit gefälschtem Homebrew
Der Diebstahl von rund 6,3 Milliarden Dollar bei Binance begann laut neuen Details mit einer gefälschten Homebrew-Version auf einem Mac.

Der Angriff, bei dem rund 6,3 Milliarden Dollar von der Krypto-Börse Binance abflossen, begann mit einem simplen Trick: Ein Mitarbeiter installierte eine gefälschte Version von Homebrew auf einem Mac. Das geht aus neu bekannt gewordenen Details hervor. Die Angreifer setzten auf Social Engineering statt auf komplexe Sicherheitslücken.
Von der Google-Suche zum Wallet-Team
Die Kette begann im Juni 2026. Ein DevOps-Ingenieur von Binance suchte ein KI-Werkzeug zum Programmieren und lud über Google-Suchergebnisse eine schädliche Homebrew-Version herunter. Nach Angaben von Binance wurde der Vorfall früh entdeckt und direkter Schaden verhindert. Das Unternehmen ahnte jedoch nicht, dass die Angreifer dadurch erfuhren, welche Mitarbeiter an den Krypto-Wallets der Plattform arbeiten.
Homebrew ist ein Paketmanager, mit dem Entwickler unter macOS Werkzeuge installieren. Die Schadsoftware zielte auf den Pfad /opt/homebrew, der auf Macs mit Apple-Silicon-Chips genutzt wird. Das spricht dafür, dass es sich um ein MacBook mit M-Prozessor handelte.
Ein falsches Vorstellungsgespräch
Im September 2026 wurde ein weiterer Wallet-Ingenieur von Binance angesprochen und zu einem vorgetäuschten Vorstellungsgespräch überredet. Er sollte auf seinem Arbeitsrechner eine Programmieraufgabe lösen. Der Trick ist verbreitet: Angreifer nutzen den Wunsch nach einem Job, damit Opfer schädliche Dateien oder Befehle ausführen.
Die Sicherheitssysteme von Binance erkannten diese Phase nicht. Am 29. Oktober wurden die Details des Milliardendiebstahls aus den Wallets der Plattform bekannt. Die Täter werden weithin mit Nordkorea in Verbindung gebracht, doch die bisherigen Informationen klären nicht alle Einzelheiten des Einbruchs.
Was das für Mac-Nutzer bedeutet
Die Methoden sind nicht neu. Schon Anfang 2025 tauchten gefälschte Homebrew-Anzeigen an der Spitze der Google-Ergebnisse auf, über die die Malware Atomic Stealer an Mac-Nutzer verteilt wurde. Ob der Mitarbeiter die Fälschung über eine bezahlte Anzeige oder eine normale Suche fand, hat Binance nicht bestätigt.
Der Fall wirft Fragen zur Sicherheit von Apple-Geräten auf. Laut dem Bericht können Schutzmechanismen aber nicht verhindern, dass Entwickler Befehle oder Skripte ausführen, die sie selbst starten. Die in macOS 26.4 eingeführten Warnungen beim Einfügen von Befehlen im Terminal hätten womöglich geholfen, bieten aber keine Garantie: Wer glaubt, einen Programmiertest für einen Wunschjob zu absolvieren, macht trotz Warnung eventuell weiter.
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