Apple-CEO John Ternus gelassen beim Thema KI-Rückstand
Nach zwei Monaten im Amt weist Apple-CEO John Ternus Kritik an fehlender KI zurück. Apple will die Technologie nutzen, aber nur dort, wo sie echten Mehrwert bietet.

Apple-CEO John Ternus sieht den Konzern bei künstlicher Intelligenz nicht im Hintertreffen. Im Interview mit Wired sagte er: „Mir gefällt unsere derzeitige Position sehr gut.“
Ternus führt Apple erst seit zwei Monaten. Am 1. September 2026 übernahm er den Chefposten, ist im Unternehmen aber kein Neuling: Er startete 2001 bei Apple und leitete zuletzt das Hardware Engineering. Marketingchef Greg Joswiak sagte, Ternus habe ein natürliches Gespür für großartige Produkte, „und genau das macht Apple aus“. Seit seinem Amtsantritt stellte er mehrere Neuheiten vor, darunter den ersten Mac mit Touchscreen, der auch das beleuchtete Apple-Logo zurückbringt.
Holpriger Weg zur Apple-KI
Die Kritik entzündete sich vor allem an der Einführung. Apple Intelligence wurde im Juni 2024 vorgestellt und sollte die iPhone-16-Serie beflügeln, fehlte aber zum Marktstart und kam erst mit iOS 18.1. In der EU gab es den Zugriff sogar erst mit iOS 18.4. Auch die KI-Version von Siri wurde mehrfach verschoben und erschien erst mit iOS 27. In der EU ist sie nicht verfügbar, weil Apple die Vorgaben des Digital Markets Act bislang nicht erfüllen konnte.
Produktentwicklung bleibt menschlich
Die Zurückhaltung könnte sich nun auszahlen. Der erste KI-Hype ist abgeflaut, und viele Nutzer:innen sind von aufdringlichen KI-Funktionen eher genervt. Microsofts aggressive KI-Strategie bei Windows 11, die sogar Notepad erreichte, kam schlecht an und wurde inzwischen zurückgefahren. Laut Statcounter läuft noch rund ein Viertel der PCs mit dem Vorgängersystem.
Tim Cook soll im vergangenen Jahr intern gesagt haben, Apple sei selten der Erste gewesen. Ternus versteht KI als Werkzeug, nicht als Selbstzweck. Sie soll nur dort eingesetzt werden, wo sie echten Mehrwert liefert. Beim Thema Sicherheit räumte er ein, die Modelle seien sehr leistungsfähig; Apples Fokus liege darauf, Produkte sicher und zuverlässig zu halten und Nutzerdaten zu schützen. Die Entscheidungen über Neuheiten sollen beim Menschen bleiben: „Die Entwicklung von Produkten ist eine zutiefst menschliche und persönliche Angelegenheit, etwas, das wir gerne tun.“
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