Yandex: Russlands Finanzministerium plant keine Steuererleichterungen
Das russische Finanzministerium erwägt nach den Rechenzentrumsvorfällen im Oktober keine Steuererleichterungen für Yandex, anders als bei Wildberries und Ozon.

Das russische Finanzministerium prüft keine Steuererleichterungen für Yandex nach dem Vorbild der Hilfen für Wildberries und Ozon. Das sagte Staatssekretär und Vizefinanzminister Alexei Sasanow am 30. Oktober. Fragen zu einer möglichen Unterstützung des Unternehmens seien an die Regierung zu richten.
«Diese Frage ist an die Regierung zu adressieren. Im Finanzministerium sind solche Fragen derzeit nicht in Bearbeitung», so Sasanow.
Drei Rechenzentren im Oktober betroffen
Am 8. Oktober 2026 brach in einem Yandex-Rechenzentrum in Sassowo im Gebiet Rjasan ein Feuer aus, die Anlage stellte den Betrieb ein. Am 9. Oktober war ein Standort in Kaluga betroffen, am 11. Oktober einer in Wladimir.
Die Vorfälle führten zu umfangreichen Störungen bei Yandex-Diensten und bei Internetangeboten Dritter. Das Unternehmen hat zentrale Funktionen schrittweise wiederhergestellt, darunter Yandex Go, Pay, Disk und Direct. Die Aufarbeitung der Folgen dauert jedoch an.
Kein Antrag von Yandex
Am 19. Oktober hatte Sasanow mitgeteilt, Yandex habe nach den Vorfällen keine steuerliche Unterstützung bei den Behörden beantragt. Mit seinen Aussagen vom 30. Oktober stellte er klar, dass auch das Ministerium von sich aus keine solche Entlastung erwägt.
Das steht im Kontrast zu den bereits beschlossenen Hilfen für Händler auf Marktplätzen. Die russische Regierung hatte Maßnahmen für Verkäufer von Wildberries und Ozon verabschiedet, die von Vorfällen an den Anlagen der Marktplätze betroffen waren. Vorgesehen sind eine zwölfmonatige Stundung mehrerer Steuern und Sozialabgaben mit anschließender einjähriger Ratenzahlung. Außerdem sind Vor-Ort-Prüfungen bei diesen Händlern bis Ende 2026 ausgesetzt.
Yandex muss die Folgen der Ausfälle damit vorerst ohne ein eigenes steuerliches Hilfspaket bewältigen. Eine Änderung könnte nur von der Regierung ausgehen, nicht vom Finanzministerium.
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