Über 400 versteckte Nudify-Apps in App Store und Google Play
Ermittler haben über 400 Apps und Websites entdeckt, die sich als harmlose Tools tarnen und nach der Installation Deepfake-Nacktbilder erzeugen.

Forscher haben ein Netzwerk aus mehr als 400 „Nudify“-Apps und -Websites aufgedeckt, die im App Store von Apple und im Google Play Store verfügbar waren. Die Anwendungen geben sich als harmlose Helfer aus, verbergen aber einen Deepfake-Generator, der nach der Installation freigeschaltet werden kann.
Getarnt sind sie unter anderem als Sprachlern-Apps, KI-gestützte Bearbeitung von Haustierfotos oder Fitness-Coaching. Nutzer sehen zunächst eine gewöhnliche Oberfläche. Im Hintergrund fragen die Apps einen Server ab, der entscheidet, ob das versteckte Werkzeug für explizite Deepfakes freigegeben wird.
So funktioniert die Masche
Laut den Ermittlungen gibt es keine eindeutige Regel, welche Version ein Nutzer zu sehen bekommt. Ein erkannter Auslöser: Die App wird direkt nach dem Klick auf eine Meta-Anzeige mit explizitem Deepfake-Material installiert. Mit solchen Anzeigen werben die Betreiber demnach für die Software.
Die Spur führt zu chinesischen Entwicklern und zur in Hongkong ansässigen KeLing Technology Limited. Das Unternehmen soll seine Verbindung zu den Apps nach einer Anfrage getilgt haben.
Reaktion von Apple und Google
Apple sieht die Verantwortung bei den Entwicklern. „Wir prüfen jede App vor der Veröffentlichung, und diese Apps entsprachen bei der Prüfung unseren Regeln“, erklärte das Unternehmen. Nach der Freigabe hätten die Entwickler die Website geändert, von der die App ihre Inhalte lädt, und pornografische Inhalte eingesetzt, die über Anzeigen einer Drittplattform beworben wurden.
Apple und Google haben laut dem Bericht bereits eine erhebliche Zahl der Apps entfernt. Eine Stellungnahme von Google lag zunächst nicht vor.
Bereits früher in diesem Jahr waren rund 38 Nudify-Apps in beiden Stores entdeckt worden, mit zusammen 483 Millionen Downloads und 122 Millionen US-Dollar Umsatz. Das neue Netzwerk zeigt, dass das Problem größer ist und dass serverseitiges Umschalten Apps die Prüfung als harmlos bestehen lässt. Die Store-Beschreibung ist für Nutzer und Eltern daher keine Garantie dafür, was eine App nach dem Start tatsächlich tut.
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